Montag, 30. Januar 2017

Watson und Boylston Bra ..... arghhhhhhhh

Nachdem ich mit meinem bisher verwendeten DL03 BH Schnitt (makebra) sehr zufrieden bin, stand mir der Sinn nach Abwechselung. Wo bleibt den auch die Herausforderung, wenn man schon weiß, dass es passt ;-)
In der BH-Schnittmuster-Universum gibt es auch einige Schnittmuster die, gefühlt, von jeder genäht werden. Das sind unter anderem der bügellose Watson BH (Cloth Habit)  und der Bolyston (orange-lingerie).

Beide Schnittmuster haben sich bei mir als absolut nicht tragbar erwiesen. Beim BH nähen ist das unpraktische, dass man eigentlich erst ganz am Ende sehen kann, ob überhaupt etwas passendes herauskommt oder nicht. Bei Kleidern kann man wenigstens zwischen drin anprobieren - geht da leider nicht.

Den Watson Bra wollte ich nähen, da ich unter anderem bei IsaLabBella (Isalab) als auch bei Melanie (500daysofSewing) tolle Varianten entdeckt habe. So ein Soft-BH wäre doch für daheim im Sommer gar nicht so schlecht.


Das Band kam mir beim nähen schon sehr kurz vor aber mit Schließe kann sich das ja nochmal ändern. Im Endeffekt hätte ich das Band gerade noch so zu bekommen aber der BH Cup war um Welten zu kleine und sooo viel hab ich eigentlich nicht zu bieten. Das war schon sehr frustrierend. Zwar habe ich nur Restmaterialen verwendet aber ein komplettes Teil für die Tonne zu produzieren tut mir trotzdem weh. Ich habe eine Vermutung warum beide BH-Schnitte bei mir nicht passen - dazu später mehr. Jetzt erst Mal zum Bolyston Bra:

Wie bei meinem bisher verwendeten Schnitt ist dies auch ein Balconette BH. Jedoch mit einer anderen - mehr für Spitze / Deko geeigneten Cupaufteilung. Schöne Varianten von dem Schnitt findet ihr u.A. bei eben-Julia.

Vorne weg muss ich sagen, dass wenn ich mit dem Schnitt angefangen hätte BHs zu nähen, hätte ich das BH nähen bestimmt gleich beim ersten BH eingestellt. Da hatte ich echt Glück, dass ich mit dem DL03 der auf meine Brustform abgestimmt zu schein sein angefangen habe.

Eine zusätzliche Schwierigkeit hab ich mir selbst eingebaut, da ich den BH wieder mit Laminat nähen wollte. Im Schnitt ist dies nicht vorgesehen. Praktischerweise hat mich Melanie auf ein Tutorial für Foam-BHs aus einer 2014er Threads Magazin hingewiesen. Darin beschreibt Orange Lingerie wie dieser Schnitt mit Laminat genäht wird. Ich musste zwar immer noch zwischen der richtigen Anleitung und der Magazinanleitung hin und her springen aber es war schon einfacher. Einen Fehler ist mir beim Annähen der Träger unterlaufen, ich habe diese ganz außen an den Cup angenäht und diese hätten eher weiter mittig hingehört. An dem eigentlichen Problem nämlich dem Cup hätte das aber dennoch leider nichts geändert.
Bei meinem ersten Versuche habe gleich alle Schnittteile abgepaust, ausgeschnitten und dann war der Cup viel klein. Dann beim nächsten Versuch habe ich nur den Cup einmal zugeschnitten und in den gut sitzenden DL03 Cup gelegt - immer noch zu klein. Auch die dritte Variante noch eine Cupgröße größer war noch zu klein *grummel*. Dann hatte ich keine Lust mehr. Um an den Boylston Cup zu kommen gehe ich jetzt einen anderen Weg. Ich habe aus Laminat den DL03er Cup genäht und die Nahtlinen vom Boylston übertragen und diese dann auseinander geschnitten. Theoretisch müsste ich jetzt einen gut sitzenden BH-Cup haben. Motivation zum nähen hatte ich bisher nicht.

wie man sieht ist der Boylston Cup um einiges zu klein
Lektion aus den Versuchen: immer erst den Cup aus Laminat zuschneiden und schauen, ob der über den Busen reicht.

Bisher habe ich vier verschiedene BH / Bustier Schnitte ausprobiert. Zwei saßen auf Anhieb und zwei nicht. Der Unterschied beider liegt schon im Messen der Cupgröße und dort vermute ich auch mein Problem.
Bei den für mich passenden BHs wird die Cupgröße aus dem Unterschied von "Full Bust" zu Unterbrustgröße gemessen. Bei den beiden nicht passenden Schnittmustern der Unterschied von "Upper Bust" zu "Full Bust" berechnet. Durch die jahrelange Näherei / Nähtreffen ist mir aufgefallen, dass ich im Gegensatz zu Anderen oberhalb der Brust noch "Material" habe. Bei anderen auch mit größeren Cups ist dort oben ein größerer Unterschied zu sehen. Dort verläuft die Linie von der Full Bust zur Schulter flacher. Bei der "Upper Bust"-Messmethode kommen bei mir immer A-Cups raus und bei der anderen Methode ist es ein C-Cup. Ich werde das mal weiter verfolgen, ob ich mit meiner Theorie recht habe.

Muriel

Montag, 23. Januar 2017

Mein erstes Spitzen BH Set

Bei dem tollen BH-Nähwochenende mit Brina (Brinasewingroom) bei Melanie (500daysofsewing) habe mich auch an meinem ersten Spitzen-BH versucht. Bisher habe ich ich glatte Oberflächen bevorzugt, da ich Sorge hatte, dass die Spitze sich am Oberteil abzeichnet. Dann ist mir beim Durchschauen meines Schrankes aufgefallen, dass ich ja inzwischen sehr häufig Webkleider trage und da ist das ja kein Problem. Keine Ahnung, warum ich so ein "falsches" Bild von meiner Alltagskleidung hatte.

Das Material für diesen BH habe ich zusammen mit den anderen bei unserem Sewy-BH-Nähkurs letztes Jahr gekauft.

Zurück zum BH-Nähwochenende: Mit dem ersten BH inkl. Panty war ich überraschenderweise schon am ersten Nähtag fertig. Das Spitzenprojekt hatte ich nur für den Notfall mitgenommen. Die beiden anderen Mädels waren Abends um 23Uhr immer noch fleißig am Nähen und so "musste" ich dann auch noch was tun.

Unterbrustband (vorne) noch ohne Powernet
Melanie hatte sich bei Sewy die Besonderheiten beim Nähen eines BHs aus Spitze zeigen lassen. Dank ihrer Tipps konnte ich dann mein Schnittmuster (wie immer DL03 von makebra) entsprechend anpassen. Am Unterbrustband und an der oberen Cupkante mussten die Nahtzugaben weggenommen werden, da dort die Spitzenkante als Abschluss dient. Zusätzlich musste das Unterbrustband noch weiter aufgeteilt werden um unten eine schöne Spitzenkante zu ermöglichen. Hätte nicht gedacht, dass bei meinem dreigeteilten Cup, bei dem auch der obere Cup zweiteilig ist, es so gut funktioniert.

Beim Zuschneiden der Spitze um kurz kurz vor Mitternacht wollte ich dann "schlampen" und nicht auf das Spitzenmuster achten. Melanie war streng zu mir, dass das nun wirklich nicht geht und ich habe mich gefügt. Im Nachinein war ich sehr froh, dass ich alle Teile gespiegelt habe.

Spitzen-Cup noch ohne Laminat
Bei dem Nähen des BHs waren etliche Schritte anders als beim Nähen des Schnittes aus "Nicht-Spitze". Bin sehr froh, dass ich mich an meinen ersten Spitzen-BH im Beisein von Brina (sie ist auch eine ganz routinierte Spitzen-BH-Näherin) und Melanie gewagt habe. Von beiden habe ich sehr nützliche Tipps erhalten. Die abweichenden Nähschritte habe ich mitgeschrieben und beim nächsten Mal sollte ich es dann auch alleine schaffen.

Laminat und Spitze vor dem Absteppen
Laminat an Spitzen-Cup angenäht. Links im Bild sieht man wie
schön flach das Laminat durch das Absteppen wird.
Als ich mir bei Sewy die Materialen zusammengestellt habe, habe ich mir auch türkises Powernet dazu ausgesucht. Nachdem Nähen des Cups mit dem schwarzen Laminat kamen wir da Zweifel. Die Optik von dem schwarz unterlegten Cup mit einem türkis hinterlegtem Unterbrustband hat mich nicht  gefallen. Dank der beiden anderen habe ich genügend schwarzes Powernet gespendet bekommen, so dass jetzt der Cup als auch auch das Unterbrustband schwarz hinterlegt sind.

Cup und Unterbrustband
Unterbrustband vor dem Annähen des Unterbrustgummibands
Für den hinteren Teil des Unterbrustbandes habe ich dem türkisen Powernet für oben verwendet und unten wieder das schwarze Powernet. Die Kombination gefällt mir sehr gut. Komplett schwares Powernet wäre mir zu dunkel gewesen.

BH kurz vor der Fertigstellung, nur der Träger fehlt noch

fertige BH und Panty
Fertige BH von innen
Ich liebe den fertigen BH. Inzwischen ist das mein Lieblings-BH und ich brauche unbedingt noch mehr Spitzen-BHs. Hätte ich anfangs gar nicht vermutet. Durch die Absteppung am oberen Cuprand ist dieser schön flach und trägt sich sehr angenehm.

Aus der restlichen Spitze habe ich noch eine Panty nach meinem Standard-Schnitt von "Lady undies" von Sew so easy. genäht. Normalerweise verwende ich Spitze mit bis zu 15cm Breite. Diese hier hat 20cm. So breit ist dann auch die Panty - sitzt aber sehr bequem und dank der Spitze fühlt es sich nicht nach zu viel Stoff an.


BH:

Schnitt: DL03 von MakeBra
Material:  komplett von Sewy.de (selbst im Laden zusammengestellt)
Änderungen: Änderungen vom letzten Mal, Band verbreitert + in drei Teile geteilt, Cup Änderung vom Sewy Kurs + Änderungen für die Spitze. Ja, inzwischen ist es eher mein Schnittmuster als das Original von makebra aber ohne die Basis wäre ich nie soweit gekommen.
Fazit: Ich liebe diesen Spitzen-BH. Würde am liebsten gleich noch einen Nähen.

Panty:
Schnitt: Ladies Undies von So Sew Easy
Material: Reststück vom BH-Spitzenstoff , Jerseyrest (für Zwickel)
Änderungen: keine
Fazit: Für eine so breite Spitze (20cm) würde ich beim nächsten Mal noch eine Änderung am Schnitt vornehmen. 

Samstag, 21. Januar 2017

Arya - Handtaschenglück

Meine erste Arya (Machwerk)
Angefixt durch den tollen Taschennähkurs bei Frau Machwerk habe ich zwischen den Jahren gleich zwei Aryas genäht. Das ist der geniale Taschenschnitt mit dem diagonalen Reißverschluss. Den Schnitt hatte ich mir schon für den Kurs ausgeguckt. Fand ihn dann doch "zu leicht" für einen Kurs bei der Taschennähmeisterin und hab im Kurs lieber den aufwändigeren Schnitt "Ewa" aus Leder genäht. Das war eine gute Entscheidung.

Mit dem Arya-Schnittmuster kam ich daheim gut zurecht. Genäht habe ich nicht alleine, sondern zusammen mit der Freundin, die auch im Kurs dabei war. Es war ein ganz toller gemeinsamer Nähtag.

Tasche von oben - der schräge Reißverschluss ist sehr praktisch
Ich war mir zu erst nicht sicher wegen der Größe und ob ich das so hin bekomme. Deswegen habe ich die erste Variante als Probevariante genäht und nicht gleich den gut gehüteten Kokka Stoff angeschnitten sondern "nur" einen von Frau Tulpe. Der hätte im Notfall auch für eine zweite Variante gereicht.
Dank meines "kleinen" Stofflagers musste ich keine neuen Stoffe kaufen, sondern konnte auf vorhandenes zurückgreifen. Für den Deckel und Innenstoff hatte ich erst einen anderen türkisen Stoff aus meinem Vorrat rausgesucht. Irgendwie hat der mir dann doch nicht so gut dazu gefallen. Ich hatte Glück und meine Freundin hatte den perfekt passenden Stoff dabei und hat ihn mir netterweise gespendet. Im Gegenzug hat sie von mir einen über Jahre gut gehüteten Kokka-Schwalbenstoff (Reststoff vom Hochzeitsgastkleid) für ihren Taschendeckel bekommen - so waren wir beide happy.

Bei der Vlieseline habe ich 10cm mehr benötigt, als im Schnitt angegeben. Auch beim Nachmessen kam ich nicht auf die angegebenen 40cm. Keine Ahnung warum.

Tasche innen
Nachdem ich die erste Arya fertig hatte ist  mir aufgefallen, dass für mein Smartphone inkl. Hülle  die Innentasche in der Höhe etwas knapp bemessen ist. So habe ich bei der zweiten Variante 3,5cm in der Höhe dazu gegeben. Rausfallen würde es wahrscheinlich bei keiner der beiden Taschen aber in der zweiten hat das Smartphone einfach mehr Halt.

Zweite Arya
Detail: Frontreißverschluss
Als große Paspelliebhaberin kamen diese Taschen natürlich auch nicht ohne Paspel aus. Durch Dana (Cutiecakeswelt) habe ich bei der AnnäherungSüd in diesem Jahr die Reflexpaspeln vom kleiner Stern kennengelernt. Die gibt es nicht nur in sportlichen Silber sondern noch weiteren Farben. Diese Paspel habe schon bei meiner Ewa-Ledertasche vernäht und mir dann auch gleich einen kleinen Vorrat angelegt.
Bei den beiden Aryas habe ich einmal die silberne und die braune Paspel verarbeitet. Solange diese nicht angeleuchtet werden, sehen diese aus wie normale Paspeln und erst im Dunkeln offenbaren sie ihre eigentliche Funktion.

Seite inkl. Absteppung

Allerdings war das Annähen der Paspel am Deckel überhaupt kein Spaß. Ich weiß schon, warum ich online keine Variante mit Paspel an der Tasche gefunden habe. Aber es war machbar. Man muss halt nur sehr genau arbeiten.

Die zweite Arya, die mit den Hirschen habe ich gleich am nächsten Tag genäht - das ging dann schon schneller. Dieses Mal hatte ich nette Gesellschaft von minimale extravaganz.

Taschendeckel
Die Taschengröße der kleinen Arya gefällt mir sehr gut. Für mich eine tolle Größe als Alltagstasche. Der Reißverschluss, welcher diagonal eingenäht wird ist der besondere Clue an der Tasche. Durch diese große Öffnung (verglichen mit der normalen Reißverschlussposition) sieht man sehr gut in die Tasche. Mein Reißverschluss verläuft von der vorderen von mir entfernten Ecke zu der hinteren Ecke die am Körper anliegt.

Auch dieses Mal habe ich wieder Lederhenkel von Frau Machwerk verarbeitet. Diese sind nicht ganz billig aber wirklich jeden Cent wert. Das Leder ist butterweich und super verarbeitet. 

Tasche innen: ja, die Punkte sind etwas too much
In den letzten Jahren hatte ich immer nur (gekaufte) Ledertaschen. Da kommen mir die Stofftaschen momentan noch sehr empfindlich vor. Die Ledertaschen habe ich überall hin gepfeffert und ohne Bedenken "überall" abgestellt. Mal sehen, wie sich diese Stoffhandtaschen machen. Naja, theoretisch könnte ich sie ja (per Hand) waschen.

Schnittmuster: Arya klein von Frau Machwerk
Material Tasche "Dreiecke": Oberstoff Frau Tulpe Desin (produziert von Kokka), zwei türkise Unistoff, Reflexpaspel braun (derkleineStern), Lederhenkel + metalisierer Reißverschluss breit (Machwerk), Vlieseline H640
Material Tasche "Hirsche": Oberstoff Kokka, Punkte-Innenstoff (Eleonore Jeansblau von Frau Tulpe), Deckel - Leinenstoff (Reststoff), Reflexpaspel silber (derkleineStern), Lederhenkel + metalisierer Reißverschluss breit (Machwerk)
Änderungen: Abstepnaht am Boden (+Seitennähte bei der Hirschvariante), Paspel am "Deckel", keine Absteppung am oberen Rand. Innentasche auch mit Paspel.
Fazit: sehr gut durchdacher Schnitt. Davon nähe ich bestimmt noch ein paar Varianten. Um für etwas mehr Ordnung in der Handtasche zu sorgen, nähe ich beim nächsten Mal noch eine Innentasche auf der anderen Seite an.

Muriel

Montag, 16. Januar 2017

Hosen und ich: Der Jumpsuit aus Webstoff

Nachdem ich beim MeMadeMittwoch-Start in diesem Jahr meinen Webstoff-Jumpsuit zu meinem persönlichen Lieblingsstück 2016 gekrönt habe, schulde ich Euch noch den ausführlichen Blogpost zu dem Schnittmuster.
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Nachdem mein Jumpsuit-Experiment aus Jersey mit dem Schnittmuster "Sallie Jumpsuit" (ClosetCaseFiles) leider nur so semi-erfolgreich war, weil ich das Gefühl hatte, im "Schlafanzug" unterwegs zu sein, wollte ich unbedingt noch einen Jumpsuit aus Webstoff ausprobieren.

Meine Wahl fiel auf den Schnitt M7167 von McCalls. Wie immer bei neuen Schnitten gab´s zuerst ein Probeteil. Ohne Passformänderungen sah das so aus:
Erstes Probeteil ohne Änderungen. In der Mitte der Stoff für den eigentlichen Jumpsuit.
Im Zuschnitt des Probeteils hatte ich schon die Hosenbeine um 8cm gekürzt und war der Ansicht, dass da noch einiges mehr weg könnte. Die Einschätzung ist mir später zum Verhängnis geworden.


Der Schnitt hat eigentlich keine Taschen, das geht bei mir gar nicht. Deswegen habe ich die Taschen vom Holyburn-Rock hinzugefügt. Eigentlich wollte ich die Variante mit den kurzen Ärmeln nähen, aber die haben mir an mir nicht gefallen und ich konnte die Arme nicht heben. So wurde es eine ärmellose Variante. Sobald es kühler wird, ziehe ich ein Jäckchen drüber.

Schon im Probe-Jumpsuit hab ich mich sehr angezogen gefühlt - kein Vergleich zum Jersey-Jumpsuit.

Den Stoff für den Jumpsuit habe ich beim Wochenendtrip mit meiner Schwester in Saarbrücken im Nähapartment gefunden. Der Stoff ist von Art Gallery Fabrics aus der Kollektion "Lavish" und wie andere Patchworkstoffe liegt dieser nur 1,10m breit. Nach mehreren Monaten kann ich sagen, der Stoff ist toll. Obwohl 100% Baumwolle knittert da nix, der Jumpsuit sieht immer noch aus wie frisch gebügelt.

Meine Änderungen am /nach dem Probeteil (ohne Foto):
  • die acht Falten im Hosenteil ein paar cm zugesteppt
  • Hosenbeine gekürzt
  • Bis knapp unters Knie gefüttert und die Mehrweite anstatt in vier große Falten in mehrere kleine Falten verteilt
  • Taschen vom Hollyburn-Rock hinzugefügt
  • vorderer und hinterer Ausschnitt vom Pushing-Daisies-Kleid übernommen
  • oberes Rückenteil um 4cm gekürzt
  • Prinzessnaht vorne angepasst
  • Riesenarmausschnitt unten vorne und hinten verkleinert (Pushing-Daisies-Kleid-Armausschnit als Vorlage genommen)
  • Paspeln an Halsausschnitt und Taillenband hinzugefügt

Genäht habe ich den Jumpsuit am Sa Nachmittag bis So Mittag auf der Annäherung_Süd in Würzburg 2016, er wäre fast fertig geworden.
Dieses Mal habe ich mich leider nicht an meinen eigenen Vorsatz gehalten, Probeteile komplett zu nähen und hinterher keine Änderungen mehr zu machen. So sind mir ein paar echt doofe Fehler erst am fertig genähten Stück aufgefallen.
Zum einen hatte ich das Probeteil mit dem originalen V-Ausschnitt/hinten hohen Ausschnitt genäht, hinterher am Schnittteil dann aber den Ausschnitt vom Pushing-Daisies-Kleid genommen. Dieser ist um einige cm höher als der V-Ausschnitt und braucht so weniger Weite. Deswegen hab ich jetzt etwas zu viel Stoff übern Dekolletee. 

Viel tragischer war allerdings, dass ich die finale Länge am Probeteil selbst gesteckt hatte und das auch nur an den Seitennähten. Diese Ungenauigkeit hatte zur Folge, dass bei der richtigen Hose plötzlich 10cm in der Länge gefehlt hatten. *grummel* Also durfte ich meine neue Hose schon vor der Fertigstellung verlängern. Zum Glück verzeiht das Muster recht viel und ich konnte die fehlenden cm ansetzen, "ohne dass man es sieht" (O-Ton von den "strengen" AnNäherungs_Süd-Teilnehmerinnen). Trotzdem ärgert es mich sehr ... ich weiß es eigentlich besser.

Meine Lektion (mal wieder): Probeteile wirklich genau so nähen, wie das spätere Stück. Abkürzungen können sich böse rächen.

Ansonsten lief das Nähen problemlos und mir gefällt der fertige Jumpsuit super toll. Fühle mich damit sehr angezogen. Während ich mich in normalen Hosen, auch meiner Ginger Jeans, eher eingeschränkt fühle, fühlt sich diese sehr weite Hose eher an wie ein Rock. Kann mich völlig frei damit bewegen. Ein Anteil daran hat sicherlich auch meine Entscheidung, die Hosenbeine bis knapp unters Knie zu füttern, so kann ich auch Baumwoll-/Wollstrumpfhosen, die jetzt notwendig sind, darunter tragen und nichts bleibt an ihnen hängen. Von dem Schnitt möchte ich gerne noch mehr Varianten haben, jetzt muss ich nur noch einen Jumpsuit-geeigneten knitterfreien Druck finden.

Mein Näh-Motto für 2016 waren Hosen und dieser Jumpsuit ist bisher meine Nr.1 in diesem Jahr, so kann ich mir Hosen an mir vorstellen. Könnte mir auch vorstellen, mal nur die Hose zu nähen, dann aber mit schmalerem Bund (Taillenband).

Meine Änderungen fürs nächste Mal, da mache ich dann lieber noch mal ein Probeteil:
  • Hosenbeine wieder um 10cm (6cm Länge, 4cm Saum) verlängern
  • Oberteil: vordere Mitte wg. geändertem Ausschnitt muss etwas Weite weg
  • Oberteil: hinterer Ausschnitt noch weiter ausschneiden, damit die Träger etwas schmaler werden
  • Taillenband oben 2-3 cm schmaler und dafür das Oberteil entsprechend verlängern
  • Futterteil vom Taillenband nicht aus Baumwolle sondern aus Futter zuschneiden
  • vorderer unterer Armausschnitt könnte noch einen kleinen Tick mehr ausgeschnitten sein
  • Schritt um ein 3-4cm verlängern
  • Tascheneingriff könnte nach unten noch vergrößert werden
  • Reißverschluss nachmessen, evtl. brauche ich keinen in 60cm
Schnitt: McCalls M7167, Variante A (lang)
Material: Art Gallery "Lavish - gentle draft moonrise" Baumwolle, Paspel, Einlage, nahtverdeckter Reißverschluss
Änderungen: siehe Auflistung oben
Fazit: Ich liebe diesen Schnitt, obwohl es eine Hose ist. Der Stoff ist ein Traum - der knittert überhaupt nicht.

Der Jumpsuit im Alltag:

Weil es bei Jumpsuits, zumindest für nicht Jumpsuit-Trägerinnen, ein echtes Thema zu sein schien, möchte ich noch erzählen, wie Toilettengänge damit sind: Für mich überhaupt nicht kompliziert. Vielleicht bin ich als begeisterte Bodyträgerin da auch schon "abgehärtet", diese waren für mich auch  nie ein Problem. Der Jumpsuit hat einen Reißverschluss in der hinteren Mitte, den macht man einfach auf. Der hinter Ausschnitt geht nicht bis ganz oben, so dass der Reißverschluss ohne Umgreifen geöffnet werden kann. Bei einer Hose muss ja auch ein Reißverschluss geöffnet werden. Für längere Wanderungen in der Natur ohne Zugang zu sanitären Anlagen würde ich einen Jumpsuit nicht empfehlen ... da stände man doch etwas oben ohne im Wald, aber in der zivilisierten Welt mit Einzel!-WC-Kabinen sehe ich darin für mich kein Problem.
Von wem dies die einzigen Bedenken waren - einfach mal ausprobieren, es ist wirklich nicht schlimm.

Muriel

Samstag, 14. Januar 2017

Blogserienstart "Was wir tragen, was wir sind" mit "Stilphilosophie": Teil 1


Nico vom Blog Art und Stil hatte die tolle Idee zu dem Buch "Frauen und Kleider - was wir tragen, was wir sind" eine Blogserie zu starten. Wer das Buch nicht kennt, kann sich in diesem Post von Nico darüber informieren. Ich selbst hatte mir das Buch mal angeschaut, aber es hat mich nicht angesprochen. Die Idee, dass wir die in dem Buch gestellten Fragen für uns selbst beantworten, finde ich klasse. Von den Nähnerds interessieren mich die Antworten brennend.

Die ersten Fragen sind folgende:
  1. Welche Unterhaltung über Mode oder Stil hat Dich verändert?
  2. Mit wem redest Du über Kleider?
  3. Glaubst du, du hast Geschmack oder Stil? Was ist dir wichtiger? Was verstehst Du darunter?
  4. Wenn Du Dich nur mit Klamotten beschäftigen würdest und man dich als Expertin nach deiner Stil-Philosophie fragen würde, was würdest du sagen?
1. Welche Unterhaltung über Mode und Stil hat Dich verändert?

Würde sagen, das war eher ein Prozess über eine längere Zeit. Eigentlich erst richtig, seit ich 2010 mit dem Nähen angefangen habe. Früher konnte ich ja nur das, was es in den Läden gab, kaufen und die Auswahl für Personen mit 1,53m Körpergröße hält sich auch in Grenzen. So waren Kleider und Röcke quasi nicht zu bekommen. Da hat sowohl die Oberkörperlänge als auch die Beinlänge überhaupt nicht gepasst. Erst durch das Nähen hatte ich die Möglichkeit, mich damit zu beschäftigen.

Wobei ich sagen würde, dass ich mich für die Mode im Generellen, so wie diese von Modezeitschriften und in der Werbung verbreitet wird, nicht interessiere. Wohingegen ich viel Inspiration von anderen Nähbloggern beziehe - das hat meinen Blick auf Mode/Stil grundlegend verändert.

2. Mit wem redest Du über Kleider?

Mit anderen Näherinnen und manchmal meinem Freund. Mit meinen anderen Freunden habe ich andere Themen, da spielt Kleidung überhaupt keine Rolle.

3. Glaubst du, du hast Geschmack oder Stil? Was ist dir wichtiger? Was verstehst Du darunter?

Schwierige Frage: Mit dem Begriff "Geschmack" kann ich jetzt gerade nichts anfangen. Bei Stil würde ich schon sagen, dass ich meinen eigenen Stil habe, der aber auch einem stetigen Wandel unterworfen ist. Festlegen würde ich mich da nicht. Zum Beispiel waren Hosen für mich die ganzen Näh-Jahre kein Thema. Vor ein paar Monaten habe ich dann meine Liebe zu Webstoff-Jumpsuites entdeckt und mich daraufhin noch mit weiteren Schnittmustern eingedeckt.
Unter Stil verstehe ich, dass man für sich selbst weiß, was man gerne trägt und einem steht. Ob andere das mit dem "stehen" auch so empfinden - das ist wieder ein ganz anderes Thema. 

4. Wenn Du Dich nur mit Klamotten beschäftigen würdest und man dich als Expertin nach deiner Stil-Philosophie fragen würde, was würdest du sagen?

Experimentiert mit verschiedensten Kleidungsstilen. Holt euch nicht nur Anregungen aus Zeitschriften und Modeblogs, sondern von anderen Näherinnen. Probiert viel Verschiedenes aus - in was fühlt ihr euch wohl? Manchmal kommen dabei ganz neue Erkenntnisse.

Die anderen Teilnehmerinnen findet ihr bei Nico auf dem Blog.

Freitag, 13. Januar 2017

Podcastepisode Nr. 18 mit Andrea von Michou á la Mode

Andrea
In dieser Podcastfolge habe ich Andrea von Blog "Michou á la mode" zu Gast. Früher bekannt unter dem Blognamen "Michou loves Vintage". Sie bloggt inzwischen seit über 9 Jahren. In ihren Posts nimmt sie kein Blatt vor den Mund und schreibt herrlich frisch über die Themen, die sie bewegen. Dabei kann es sich um Strickthemen, Nähen, Politik oder die Selbstwahrnehmung als Frau handeln.

Als Abwechslung zu den anderen Podcastfolgen, in denen es hauptsächlich um das Nähen geht, sprechen wir in dieser Episode u.A. darum was Schönheit bzw. Attraktivität ausmacht sowie der Selbstwahrnehmung als Frau.
Andrea hat im letzten Jahr ihren Kleidungstil "radikal" geändert. Früher trug sie hauptsächlich Kleidung nach selbst konstruierten Vintageschnittmustern. Sie verrät, wie es zu diesem Wandel kam und warum Sie inzwischen auch wieder Kleidung kauft.


Eine Anmerkung noch zur Tonqualität der Folge: Leider ist diese dieses Mal trotz guter Probeaufnahme nicht so gut. Nur so als Vorwarnung.

Nun will ich Euch nicht noch länger auf die Folter spannen. Los geht es mit der Podcastepisode mit Andrea:

 
Hier sollte ein Player angezeigt werden, 
falls nicht, bitte den Post über meinen Blog direkt aufrufen, dem Downloadlink,
via iTunes  oder einer Podcatcher App für Android / Windows Phone  (hier der RSS-Link für eure mobilen Geräte) 

 
Music "Goodwill Cowboys Ride Again" by Michael Chapman & The Woodpiles (modified by Muriel)
Available on the Free Music Archive under CC BY-NC 3.0 license


Vielen Dank an Chrissy (Chrissys Nähkästchen) für ihre stundenlange Arbeit für den Schnitt dieser Podcastfolge. 


Weitere Infos rund um den Nahtzugabe5cm-Podcast findet ihr auf meiner Podcast-Seite.
Und jetzt bin ich gespannt, wie Euch diese Folge gefallen hat.

Wenn Euch mein Podcast gefällt, würde ich mich freuen,
wenn ihr das Podcastlogo mit Verlinkung mit auf Euren Blog nehmt.
Vielen Dank.
"Ich höre den Podcast von Nahtzugabe5cm.de"

Muriel

Mittwoch, 11. Januar 2017

MeMadeMittwoch: Lieblingsstücke 2016

Wie in den letzten drei Jahren startet der MeMadeMittwoch in diesem Jahr wieder mit einem Rückblick auf unsere Lieblingsstücke 2016.

2013 war mein Lieblingsschnitt ein bodenlager Simplicity-Rock. Alle davon genähten Varianten trage ich auch heute noch sehr gerne. Im Jahr darauf gab es gleich mehrere Kandidaten und so wurden das Octopus-Kleid, die Stoffwechsel-Deer&Doe-Bluse, das Toni-Kleid sowie der Trägerrock meine Jahreslieblinge. Bis auf den Toni-Schnitt trage ich die Kleidungsstück immer regelmäßig. 2015 hatte ich meinen ersten aufwändigen Mantel genäht. Der Vogue-Mantel ist auch in diesem Winter ein fester Bestandteil meines täglichen Outfits. 

Dies Jahr fällt mir die Auswahl wieder schwer. 2015 hatte ich weniger Zeit zum Nähen, da ich sehr sehr viele Stunden für meinen Podcast "verbraten" habe. Im letzten Jahr habe ich die Zeit etwas runter gefahren und hatte zusätzlich noch Unterstützung durch die wunderbare Chrissy, und so hatte ich wieder mehr Zeit zum Nähen. Keine Angst, zwei weitere Podcastfolgen sind in der Mache.

In die Lieblingsstückeauswahl für 2016 kommen:

mein ultimatives Reisekleid: es ist ultra bequem und sieht doch nach was aus
Film-und-Serien-Sew-Along-Kleid: Call the Midwife:
In dem Kleid fühle ich mich großartig. Es trägt sich super. Durch das Vintageaussehen, trage ich es noch nicht sooo häufig. Will mich daran gewöhnen.
Im Rahmen des Projekt Brot und Butter ist dieser Tellerrock entstanden:
Dieser hat sich als echtes "Work horse" entpuppt. Der Rock lässt sich super kombinieren und passt in jede Jahreszeit

Entschieden habe ich mich schlussendlich für zwei noch unverbloggte Stücke:
Webstoff-Jumpsuit
Hosen und ich sind ein ganz spezielles Thema. Aber diesen Jumpsuit liebe ich. Am liebsten würde ich ihn ständig tragen.

DL03 BH aus türkiser Spitze
Im vergangenen Jahr bin ich weiter in die Unterwäschenäherei eingestiegen. Besonders stolz bin ich auf diesen BH.


Möchte die Gelegenheit nutzen und mich bei der MeMadeMittwoch Crew, Nähtreffen-Veranstalterinnen und all den tollen Sew-Along-Organisatorinnen für ihr Engagement und die vielen Ideen bedanken. Ich freue mich sehr, ein Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft sein zu können. Viele meiner Projekte gibt es nur dank unserem gemeinsamen Werkeln.

Die andern Lieblingsstücke von 2016 könnt ihr Euch auf dem MeMadeMittwoch-Blog anschauen. Bin sehr gespannt, welche Stücke es in diesem Jahr in den Olymp geschafft haben.

Auf gutes Werkeln in 2017. Lasst die Nähmaschinen glühen!

PS: In meiner Outfitübersicht findet ihr alle meine genähten Kleidungsstücke von 2016 und davor.

Muriel

Update 19.01.2017: Jetzt gibt es auch den ausführlichen Post über den Jumpsuit

Samstag, 7. Januar 2017

I´ am sherlocked

Für einen ganz besonderen Menschen gab es vor ein paar Wochen ein kleines Täschchen. Sie ist großer Sherlock Fan und so kam mir der Spoonflower Sherlock Stoff gerade recht. Für Sherlock Fans: schaut dort mal vorbei, dort gibt es tolle Designs zur Auswahl.


Von dem Fat Quarter habe ich noch Stoff für ein weiteres kleines Projekt übrig.

Das Schnittmuster hatte ich mir aus einem Buch kopiert, weiß leider nicht mehr welches.

Der Clou für mich an dem Täschchen ist das Lederlabel mit dem genähten Namen. Das konnte meine alte Nähmascheine (Gritzner 652) nämlich nicht. Mit der neuen (Pfaff Performance 5.0) kann ich nun Geschenke personalisieren (Blogpost ist schon in Planung). 

Schnitt: aus einem geliehenen Nähbuch
Material: "I´m sherlocked" Fat Quarter von Spoonflower, Reißverschluss, Uni-Baumwolle als Futter, Lederrest für Namenslabel.
Änderungen: keine
Fazit: süßer Schnitt, mal etwas anders als die rechteckigen Täschchen, die ich sonst nähe.
Muriel

Freitag, 6. Januar 2017

Schnickschnack - meine neue Nähmaschine

So sieht meine Neue aus
Das Nadelkissen hat Mann mir vor x-Jahren genäht
Vor ein paar Wochen ist eine neue Nähmaschine bei mir eingezogen. Die Nachfolgerin zu meiner geliebten Gritzner 6152 ist eine Pfaff Performance 5.0. Dies ist eine reine Nähmaschine mit Stichen bis 9mm. Zu diesem Modell gibt es ein sehr ausführliches YouTube-Video von Village Sewing (englisch, 50min).
Ich habe lange überlegt, ob ich eine neue Nähmaschine brauche. Meine alte hat wirklich alles genäht, es gab kein Material, bei dem sie gezickt hat, oder irgendein Projekt, das ich mit ihr nicht nähen konnte. Ein echtes Arbeitstier. Auch die mehrlagige Ledertasche "Ewa" hat sie ohne Murren genäht.

Einzig so moderner Schnickschnack, wie ein Unterfadenwächter, Kniehebel, automatisches Vernähen etc. konnte die mechanische Nähmaschine nicht. Aber ich kam ja fünf Jahre auch sehr gut ohne zurecht. Im Endeffekt muss ich sagen, ich habe keinen wirklichen Grund für die neue gehabt und würde meine Alte auch heute noch mit gutem Gewissen empfehlen.

Weil es für die neue keinen driftigen Grund gab, heißt sie jetzt auch Schnickschnack. Die gute Schnickschnack hat tolle Features, die das Nähen erleichtern. Ich liebe den Kniehebel und weiß gar nicht, wie ich jemals ohne nähen konnte. Schon komisch, dass das all die Jahre geklappt hat. ;-)

Das automatische Vernähen + Fädenabschneiden ist klasse. Das spart schon Arbeit.
Sehr praktisch ist auch die automatische Nähnadel-versenken-Fuß-hoch-Funktion, welche auch über das Fußpedal gesteuert werden kann. Die Funktion, dass die Nähnadel automatisch beim Stoppen versenkt wird und das Füßchen hoch geht, brauche ich nur hin und wieder. Öfters verwende ich das Fußpedal, um dies nach Bedarf zu machen.

Bis auf einen Nähfuß (Mehrstichkräusler/Ruffler) konnte ich alle meine bisherigen Nähfüße übernehmen (Auflistung meine Nähfüße in dem Erfahrungsbericht zur Gritzner). Zusätzlich habe ich mir noch den 1/4"-Klarsicht-Kantenführungsfuß gekauft. Bisher hatte ich nur den normalen, nicht durchsichtigen 1/4"-Nähfuß. Mal sehen, wie sich der neue macht.

"Hallo, ich heiße Schnickschnack."
Ich habe das Glück, dass ich regelmäßig zu Nähtreffen gehen kann. Bisher konnte ich die Nähmaschine und die Overlock gleichzeitig tragen. Mit dem neuen Schiff schaffe ich das nicht mehr. Die ist um einiges größer und schwerer. Naja, einmal mehr laufen werde ich überleben.

Gekauft habe ich die neue Nähmaschine, wie schon alle meine anderen Maschinen (Nähmaschine, Ovi und Cover) beim Nähmaschinen-Service Jankowski in Karlsruhe-Durlach. Schon vor drei Jahren habe ich über meine Begeisterung für den Laden geschrieben. Die Neue hat im Laden so viel gekostet wie bei den Online-Nähmaschinen-Händlern und dazu habe ich noch ein paar Gimmicks bekommen: weitere Unterfadenspulen, kostenlose Wartung der alten Nähmaschine und vergünstigte Wartung der Ovi, und nicht zu vergessen einen sehr netten Service und viel Zeit beim Probenähen. Ich schätze es wirklich sehr, dass ich einen so kompetenten Fachhandel in der Nähe habe.

Die Transportabdeckung meiner alten Nähmaschine.
Die Transporthülle der alten Nähmaschine hatte mit der Zeit immer mehr Aufkleber von Konzerten, Events etc. bekommen und auf der Vorderseite der Nähmaschine waren Fotos von meiner Familie.
Das fehlt meiner neuen nun natürlich erst mal. Die kommen jetzt nach und nach wieder dazu.

Zu meiner alten Nähmaschine habe ich im Rahmen der Aktion von Marja Katz einen Erfahrungsbericht (Link siehe oben) geschrieben. Zu der neuen wird es auch noch einen ausführlichen Post im Rahmen der Aktion geben. Damit warte ich aber noch eine Weile, bis wir uns noch besser kennengelernt haben.

Die alte wird jetzt meine Zweit-Nähmaschine für Nähgäste und wenn die andere mal zur Wartung muss.

PS. Kunterkatha hat mir netterweise ihren Plotter ausgeliehen und so konnte ich die neue Nähmaschine mit Namen und Blognamen beplotten. @Katharina: Danke fürs ausleihen

Muriel

Donnerstag, 5. Januar 2017

Spoonflower BH-Set

Im Dezember hatte ich das Glück ein unglaublich tolles BH-Nähwochenende mit Brina (Brinasewingroom) bei Melanie (500daysofsewing) verbringen zu dürfen. Ihr Nähzimmer ist ein Traum. Müsst ihr euch unbedingt mal anschauen.

Seit dem Sewy-BH-Nähkurs hatte ich keinen BH mehr genäht, um so mehr habe ich mich dann auf das gemeinsame BH-werkeln gefreut.

So viele Einzelteile braucht man für einen BH (DL03 Schnittmuster)
(dazu kommen noch ver. Gummibänder, BH Bügel, BH Verschluss)

Als Oberstoff habe ich mir ein Spoonflower-Design "Abstract Leaves von oksancia" als Sport Lycra bestellt. Für den BH und die Panty habe ich einen Fat Quarter benötigt. Das war eine ganz schöne Schieberei aber im Endeffekt habe ich alle Teile auf das Stückchen Stoff bekommen.

Den Schnitt DL03 habe ich inzwischen schon einige Male genäht, der sitzt bei mir einfach klasse. Geändert habe ich inzwischen die Breite des Bands, das Band in zwei Teile geteilt und eine kleine Änderung am inneren Cup.
Was wirklich furchtbare an dem Schnittmuster ist, ist die Anleitung. Zum einen ist keine dabei und zum anderen ist die auf der Schnitthersteller Webseite gezeigte Anleitung nicht genau für dieses Modell, so dass man als BH Näheranfängerin, ganz schöne Probleme hat. Inzwischen habe ich mir aus dieser Anleitung und dem sehr empfehlenswerten Craftsy-Kursen von Beveryl Johnson sowie den hilfreichen Tipps und Tricks aus dem Sewy Kurs "meine" Anleitung zusammen geschrieben.

Lamiant BH Cups mit Stoff bezogen
Dank der Anleitung ging das Nähen bei mir sehr fix. Die Schnitte die Melanie und Brina vernäht haben, erfordern da schon mehr Schritte und auch mehr Einzelteile.

Entstehung des Unterbrustbandes
Zu meiner eigenen Überraschung war ich am ersten Tag bereits mit dem BH und der Panty fertig. Hätte gedacht, ich brauche da wesentlich länger. Gerade, weil man bei einem solchen Treffen nicht komplett durch näht sondern sogar auch mal sich unterhält.

zweiteiliges breites Unterbrustband
Fertige BH (der BH Träger ist in echt nicht annähert so dunkel)
Den Panty Schnitt hatte ich auf dem Blog von Sandra (Rehgeschwister) endeckt. Es ist ihr bevorzugter Panty Schnitt. Es ist ein kostenloses Schnittmuster vom Blog Fabrik der Träume.
Meine bisherigen favorisierten Panty Schnittmuster (Lady Undies, Ladyshorts) haben alle eine Naht in der Mitte (als auch einen Zwickel). Dieser hier nicht, dafür eine Seitennaht. Die vorgeschlagene Verarbeitung vom Zwickel gefiel mir nicht so. Zu meinem Glück hatte Melanie sich den Craftsy Pantykurs gekauft und ich konnte mir dort die Panty-Burito-Methode anschauen. Funktioniert eigentlich genauso wie bei Blusen auch, wäre nur nicht drauf gekommen, dass das da auch funktionieren könnte. Dank der Methode sind alle Nahtzugaben am Zwickel schön versteckt und sind weder innen noch außen sichtbar.

Schon während dem Nähen war ich misstrauisch. Das war doch ganz schön viel bedeckender Stoff. Leider hat sich meine Befürchtungen später bestätigt. Die Panty ist für mich zu sportlich, ein bisschen mehr Bein darf da schon sichtbar sein. Auch bin ich überhaupt keine Freundin von Gummibändern an Pantys. Dehnbare Spitzen sind mir wesentlich lieber, da zeichnet sich dann auch nichts ab. Ich habe ein paar schmale Spitzenbänder bestellt, wenn davon eines passt, schneide ich die Gummibänder wieder ab und ersetzte diese durch Spitze. Vielleicht wird das dann doch was mit mir und dem (abgewandelten) Schnitt.

Burito Methode für den Zwickel
Fertige BH Set
BH:
Schnitt: DL03 von MakeBra
Material:  Oberstoff: Spoonflower Sport Lycra, Kurzwarenpaket Sewy.de (selbst im Laden zusammengestellt)
Änderungen: Änderungen vom letzten Mal + Band zweiteilig, Cup Änderung vom Sewy Kurs.
Fazit: Ich liebe diesen Schnitt und die Passform. Noch nie saßen BHs bei mir so gut.

Panty:
Schnitt: Damen Panty (gratis Schnitt) von Fabrik der Träume
Material: Oberstoff: Spoonflower Sport Lycra und Reste vom Kurzwarenpaket Sewy.de (selbst im Laden zusammen gestellt)
Änderungen: momentan noch keine, wenn ich den aber wirklich tragen will, muss ich daran noch etwas ändern.
Fazit: Mhmm, ich weiß nicht. Diese Panty gefällt mir an mir nicht so. Ich glaube nicht, dass ich den Schnitt nochmal nähen werde.

Am zweiten Tag habe ich noch einen BH genäht - meinen ersten BH aus Spitze. Den zeige ich euch demnächst.

Von Melanie gab es für uns noch ein ganz besonders Geschenk: einen von ihr komplett selbst designten Nähplaner. Da ist alles drin was man als Kleidernäherin benötigt.


Vielen Dank an Melanie für dieses tolle Wochenende.

Muriel
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