Montag, 6. November 2017

Nach der Schwesternhochzeit: Ein Projekt nur für mich.



Nach gefühlt endlosen Monaten mit Fokus nur auf die Projekte für die Hochzeit meiner Schwester (ihr Standesamtkleid, Handtasche, seine Fliege & Einstecktuch, das Kleid meiner Mutter sowie meine beiden Kleider (Blogposts folgen noch)) "durfte" ich endlich wieder meine eigenen Projekte nähen, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Nachdem ich mich am Tag nach der Hochzeit einigermaßen von der tollen Feier erholt hatte, stand ich schon wieder am Zuschneidetisch. Obwohl ich Tage vorher noch behauptet habe, dass mich dann erst Mal nix mehr an die Nähmaschine bringt (hatte in den Wochen vor der Hochzeit morgens vor der Arbeit 1-2 h, sowie nach der Arbeit (mehrere) Stunden genäht), aber da ich die letzten Monate immer sehnsüchtig zu dem bereits vorbereiteten Projekt für einen neue Nähmaterialtasche geschaut habe, musste ich sofort loslegen.

Rückansicht
Im letzten Jahr sind nach und nach die Bionic Gear Bags bei meinen Nähfreundinnen (minimale extravaganz, 500daysofsewing, ChrissysNähkastchen) eingezogen. Die Tasche an sich fand ich klasse, aber nicht für mich, da ich einfach mehr Material habe, dass ich standardmäßig in meiner Nähwerkzeugkiste dabei habe. Dafür kann ich - regelmäßig - den anderen Näherinnen Einlage und Co. "leihen". Wenn ich mir nur eine Bionic Gear Bag nähen würde, müsste ich immer noch einen zweiten separaten Werkzeugkoffer mit mir rumschleppen, das erschien mir als viel zu umständlich.
Vor ein paar Monaten bin ich dann auf die Makerstote von Noodlehead gestoßen. Diese Tasche entspricht von der Verwendbarkeit meinem bisherigen Werkzeugkoffer. Alles große Material, welches nicht in die Bionic Gear Bag passt, wie 30cm-Lineal, Einlagen, Kopierpapier etc., passen dort rein, ebenso wie auch eine Bionic Gearbag für die kleinen Nähwerkzeuge.


Die Makerstote gibt es in zwei Größen. Wegen meines 30cm-Lineals habe ich mich für die größere Variante entschieden. Diese ist nun so geräumig, dass ich auf kleine Nähtreffen auch mein aktuelles Projekt da mit reinpacken kann. Sehr praktisch.

Bis auf eine Schablone für die Rundungen sind in dem Schnitt keine Schnittteile enthalten, da war ich am Anfang etwas enttäuscht, aber die sehr gute Anleitung mit vielen Grafiken hat mich dann wieder entschädigt. Ich bin keine routinierte Taschennäherin und es gab nur einen einzigen Punkt, bei dem ich länger gebraucht habe, um zu verstehen, was ich machen muss.

Den Kokkastoff mit dem Soft&Stable habe ich an den Motivlinien festgesteppt
Für eine Tasche ist der Schnitt recht aufwändig, aber machbar. Es war nicht immer einfach, die Tasche unter die Nähmaschine zu bekommen, aber dank der zusätzlichen Hände vom Mann hat es gut geklappt. Da wäre eine im Tisch versenkbare Nähmaschine sehr hilfreich gewesen.

Ich mag es, wenn ich bei Projekten Stoffe mit Geschichte verarbeiten kann. Bei Taschen bzw. nicht-Kleidungsprojekten tue ich mich immer sehr schwer mit der Zusammenstellung der Stoffe. Dieses Mal war es nicht anders. Den Hauptaußenstoff habe ich von einem Tauschtisch (vielleicht war es vom Bloggerinnentreffen in Stuttgart oder von einer der AnNäherunger in Würzburg oder Bielefeld). Neu gekauft habe ich den grauen und blauen "karierten" Robert Kaufman-Stoff für Innen. Dazu kam dann noch spontan dunkelroter Leinenstoff für die Paspel und später noch das Binding. Für die Innentaschen habe ich einen lange gehüteten Kokka-Stoff aus Köln verwendet. Von der Standesamt-Handtasche  meiner Schwester hatte ich noch ein Stück Kork übrig. Der Kokka-Frauenstoff im Inneren ist eine Erinnerung an einen sehr schönen Ausflug mit dem Mann und der dunkelrote Leinenstoff eine Erinnerung an mein Weihnachtskleid 2015 (nach einem 60er Jahre Schnitt von meiner in dem Jahr verstorbenen Oma).


Änderungen:

Ich wollte bei der Außenseite für den Boden Kork verwenden, damit ich die Tasche auch mal auf dem Boden/die Straße (beim Auto ausräumen) ohne schlechtes Gewissen abstellen kann. Dafür habe ich das Schnittteil entsprechend geteilt und den unteren Korkteil im Bruch zugeschnitten. Zwischen Kork und Oberstoff habe ich noch spontan eine Paspel eingefügt.

Die Eingriffstasche mit den Reißverschluss auf der Außenseite habe ich einen Tick kleiner gemacht, damit die Vogelbilder auf dem Stoff beide erhalten bleiben konnten. Die Reißverschlusstasche hat immer noch eine ausreichende Größe. Mal sehen, wofür ich die verwende. Platz wäre für das wichtigste aus meiner Handtasche (Geldbeutel, Smartphone, Ladegeräte, Taschentücher ....). D.h., eigentlich könnte ich in Zukunft meine normale Handtasche bei Nähtreffen daheim lasen. Ob ich dazu dann die Motivation habe, diese auszuräumen, wird sich noch herausstellen.

Von Bluework65, die auch die große Variante genäht hat, habe ich den Tipp bekommen, dass die große Variante etwas mehr Stabilität als nur Soft&Stable vertragen könnte. Deswegen habe ich den äußeren Kokkastoff noch zusätzlich mit einer festeren Gewebeeinlage von Vlieseline (G740) verstärkt. Außerdem habe ich das Motiv abgesteppt. So ist die Tasche trotz ihrer Größe sehr stabil.



Die Träger habe ich auf 21 Inch verlängert, sodass ich die Tasche über die Schulter tragen kann, ergibt ne freie Hand für Nähmaschine und Co.

Für das Absteppen des Trägers und anderer sehr dicker Stellen habe ich die "Hebamme" zur Hilfe genommen. Das Teil war bei meiner neuen Nähmaschine dabei und ist inzwischen für mich unverzichtbar bei solchen Projekten geworden.


Schnittmuster: Makerstote (große Variante) von Noodlehead, es gibt ein Video zu den kniffeligen Stellen.
Material: 2x Kokka-Stoffe, 2x Robert Kaufman, selbsterstellte Paspel, Kork, 2x Metallreißverschlüsse, dunkelroter Leinenstoff, Soft&Stable, feste Einlage H250 (Seitenteile, Oberstoff innen), feste Gewebeeinlage (Träger, Kokka-Außenstoff, Innentaschen, aufgesetzte Tasche), Saumfix als Zwischenfixierung anstatt Stecknadeln (z.B. bei den Trägern)
Änderungen: Schnittteil außen aufgeteilt (Kork und Stoff), Paspel hinzugefügt, Träger auf 21" verlängert, Muster am Außenstoff am Soft&Stable festgesteppt.
Fazit: Die Tasche hat mich nun schon einige Male zu Nähtreffen begleitet und ich muss sagen, sie macht sich sehr gut.


Demnächst zeige ich euch dann die dazugehörige Bionic Gear Bag.

Kommentare:

  1. Die Tasche sieht klasse aus! Den Boden aus Kork finde ich eine gute Idee, da hätte ich nicht drangedacht.
    Liebe Grüße

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  2. Danke für deinen ganzen Tipps. Sie waren alle sehr hilfreich und ich habe die meisten davon ebenfalls übernommen (längere Henkel, Unterteilung für den Boden und hier der Einsatz einer Paspel, zusätzliche Stabilität zum Soft and Stable) und bin jetzt auch sehr glücklich mit meiner Version. Jetzt können wir wieder neue Nähtrefftermine planen :o)
    Deine Farbzusammenstellung ist richtig toll. Und da ich ja schon einen Einblick in deine Bionic Gear Bag hatte weiß ich ja schon, dass auch die perfekt dazu passt. Ich weiß nicht, wie du das noch toppen könntest…. Es sei denn deine Nähmaschine selber bekäme irgendwann auch noch eine selbstgenähte Tasche… Naaaa? Überlegung wert???
    Viele Grüße, Melanie

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    Antworten
    1. Hi Melanie,
      nachdem ich gesehen habe wie viel "Spaß" Fr. minimale extravaganz bei ihrer Nähmaschinentasche hatte, verzichte ich darauf wohl lieber :-)
      Deine Makers Tote ist super schön geworden. Die würde ich auch sofort nehmen.
      Lieber Gruß,
      Muriel

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  3. Sehr schöne Handtasche! :-)
    LG
    Anna

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  4. Hallo Elsa, Hallo Anna,
    vielen Dank für eure lieben Kommentare.
    Lieber Gruß,
    Muriel

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Vielen Dank für deinen Kommentar.

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