Mittwoch, 17. Februar 2016

MeMadeMittwoch: Bochumrock

Keine Ahnung, was ich auf dem
Bild mit meinen Händen mache.
Mein Bauch ist eigentlich fest angewachsen
und muss normalerweise nicht festgehalten werden :-)
So wie andere Leute sich Andenken von Urlauben kaufen, kaufe ich mir Stoff. Den Stoff für den Rock hatte ich  2014 in Bochum gekauft. Frau Siebenhundertsachen hatte mir ein paar Tipps für lokale Stoffläden gegeben.
Genäht habe ich den Rock dann Anfang 2015 und habe bisher trotz der 12-Tops-Challenge vom letzten Jahr nur ein einziges passendes Shirt dazu und das ist dann auch noch gekauft. Da muss ich dringend mal was ändern. Ein türkises Shirt wäre nicht schlecht.

Der Sweatstoff war das erste curryfarbene Stück im meinem Schrank, eigentlich sollten da inzwischen schon viel mehr Teile in der Farbe sein aber die Suche nach "meinem" Curry/Senf-Farbton gestaltet sich als äußerst schwierig.

Schnitt: angelehnt an den bereits mehrfach erprobten Burda-Schnitt Burda 133 06/2010 (Roller-Rock, Vasen-Rock, Weihnachtskleid-Rockteil, der Karo-Rock und der Noche-de-los-muertos-Variante)
Material: Sweatstoff, Futter, Bündchen, Gummiband 2,5cm breit
Änderungen: sehr viele  - siehe Blogpost
Fazit: super bequemer Rock

Beim MeMadeMittwoch zeigt heute LotteJakob ihre babybauch tauglichen selbst genähten Stücke.

Mittwoch, 10. Februar 2016

MeMadeMittwoch im 12-Tops-Challenge-Wickeljäckchen und Bloggertreffen Kleid


Diesen MeMadeMittwoch trage ich mein Stuttgart Bloggertreffen Kleid vom letzten Jahr (Infos zum Treffen im April siehe unten) zusammen mit einer Burda Wickeljacke. Dank warmer Strumpfhose ist das Outfit auch bei Möchte-gern-Winter-Temperaturen tragbar.

Das besondere an dem Outfit ist, dass ich beide Teil mit einer meiner liebsten Freundinnen verbinde. Den Kleiderstoffe hatte sie mir aus den USA mitgebracht und lange wusste ich nicht was daraus werden soll. Bis ich dann durch den ersten Stoffwechsel (Link siehe unten) auf "meinen" Kleiderschnitt (Oberteil vorne hinten jeweils zwei Abnäher, Rockteil A-Line) gestoßen bin. 
Den Stoff für das Wickeljäckchen haben wir zusammen 2014 bei einem Mädelsausflug nach Stockholm gekauft, das waren ein paar tolle Tage. Denke gerne daran zurück.

Das Wickeljäckchen ist im Zuge der 12-Tops-Challenge letztes Jahr entstanden. Beim Nähen war ich äußerst misstrauisch, was ich mit einer Wickeljacke soll. Hatte bis dahin keine einzige im Schrank aber ich war neugierig. Inzwischen ist das Jäckchen nicht mehr aus meinem Schrank zu denken. Dank der taillenlänge und dem melierten Strickstoff lässt sich diese sehr gut kombinieren und macht meine Herbst/Frühlingskleidung wintertauglich.

Nachdem ich mir die heutigen Fotos angesehen habe, habe ich mich entschlossen die Bindebänder auf eine Länge zu bringen, so reicht der eine Bändel nun nicht mehr bis an den Saum.

Material: Strickstoff (Urlaubsmitbringsel aus Stockholm), Framiltonband
Änderungen: Ärmel um 8cm gekürzt, Anstatt Formband den Wickelausschnitt mit Framiltonband verstärkt, ebenso die Schulternähte, die offenen Kanten der Bindebänder habe ich nicht umgeschlagen,  Ausschnittbeleg fest genäht (mit Cover) und Überstand weggeschnitten.
Fazit: Obwohl ich während dem Nähen nicht damit gerechnet habe, gefällt mir das Wickelshirt an mir sehr gut.Eine zweite Version aus Jersey ist schon in Planung

Oberteil: Burda 122 (06/2011)
Rock: Kleid Butterick B4443
Material: Baumwolle, Futter, nahtverdeckter Reißverschluss,
Änderungen: siehe dem Stoffwechselkleid.
Fazit: Toller Schnitt, der sich besonders bei gemusterten Stoffen gut macht.
Änderung beim nächsten Mal: Hintere Ausschnitt die Rundung noch mal überarbeiten und die Träger wieder breiter machen. Sind mir doch etwas zu schmal geworden. 

Kleid und Jäckchen im Detail
Auf dem MeMadeMittwoch Blog zeigt Katharina (Sewing addicted) ihren wunderschönen neuen Wintermantel nach einem 30er Jahre Schnitt, dort findet ihr auch die anderen Teilnehmerinnen.

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Am 16.April findet in Stuttgart wieder das Bloggerinnentreffen statt. Mehr Infos findet ihr hier. Es wird dieses Jahr wahrscheinlich einen gemeinsamen kleinen Sew-Along geben fürs Bloggertreffen-Outfit. Infos dazu gibt es demnächst.

Muriel

Montag, 8. Februar 2016

schnelle Schnittmuster zum Nähen mit Kindern und erwachsenen Nähanfängern

Die oberen Mützen haben andere genäht.
Die untere Mütze und die Handschuhe sind meine Probemodelle

Vor ein paar Monaten hatte ich von dem Nähen-Stricken-Häkeln-Nachmittag in einer Flüchtlingsunterkunft geschrieben. Zu den damals erfolgreich getesteten Schnitte kamen noch drei dazu. So ein Treffen geht ca. 2,5 Stunden und wir brauchen dafür Schnitte, welche auch von Anfängern (mit Hilfe) in der Zeit umgesetzt werden können. In der Unterkunft sind hauptsächlich Familien unterbracht, so dass wir uns auf Kinderschnitte fokussieren können.

Zum einen eine Mütze für kalte Tage, welche auch die Ohren bedeckt, dann noch Kinderhandschuhe. Beides von Pattydoo.

Schnitt Mütze (lila Sterne): Kindermütze für Groß und Klein genäht in S
Material: Jersey als Futter, Fleece als Oberstoff, Wolle für die Bändel
Änderungen: keine "Tierohren", Bindebändel aus Wolle
Fazit: Die Kindergröße ist für Kopfgrößen bis 54cm .... also mir passt die sehr gut. Für kleine Kinder ist der Schnitt vermutlich zu groß. Anleitung ist sehr gut und ließ sich gut und schnell nähen

Schnitt HandschuheWarme Händchen Größe 4 Jahre genäht,
Material: Fleece, Jersey und Bündchen
Änderungen: keine
Fazit: Schnell zu nähen und auch ideal für kleine Stoffreste

Die anderen beiden Mützen waren nach einem Schnitt von einer anderen Helferin. Der Mützenschnitt "Beanie" kam besonders bei den Jungs gut an. Muss mir den Schnitt auch mal besorgen.

Muriel


Samstag, 6. Februar 2016

#projektbrotundbutter: Zweites Treffen – Der Plan

Der erste Monat von Frau Siebenhundertssachen #ProjektBrotundButter ist schon wieder rum. Bei dieser wunderbaren Aktion geht es darum, dass man sich überlegt welche Stücke man wirklich im Alltag trägt und was da noch fehlt. Ja, da habe ich auch noch so den ein oder anderen Bedarf. Beim ersten Treffen habe geschaut, was fehlt mir und was würde ich gerne die nächsten Monate umsetzen.

Dieses Mal würde Frau Siebenhundertsachen gerne wissen:
Welche Schnitte und welche Stoffe habt ihr euch rausgesucht? Habt ihr schon alles da, oder müsst ihr noch shoppen gehen, abpausen und passende Knöpfe finden? Braucht ihr Rat oder einen kleinen Schubs? Habt ihr schon angefangen zu nähen oder gar schon was fertig?

Meine #ProjektBrotundButter To Do Liste:
(weitere Infos siehe Teil 1 "#ProjektBrotundButter - Ich bin auch dabei"

Stoffe für weitere Netties
  • Netties (Body) in Grün, Schwarz, Türkis und Curry ->  bis auf den Türkisen habe ich inzwischen ich alle Stoffe daheim.
    Den Currystoff (der zugegebenermaßen auf dem Foto eher normal Gelb aussieht) habe ich bei FrauTulpe gefunden. Eine wunderbare Qualität. Nicht zu dünn und trotzdem sehr gut dehnbar. Für den Body ist das sehr wichtig, da der sich sowohl in die Breite wie auch in die Länge dehnen sollte. Der schwarze Stoff ist vom lokalen Stoffhändler und die beiden anderen sind vom Überraschungsausflug nach Freiburg.
Mein erstes fertiges Projekt Brot und Butterstück

  • Siebenhundertsachen Träger-Tellerrock Nr. 2
    Den habe ich diesen Monat sogar fertig bekommen. Dachte, das wird ein schnelles Projekt aber dank dem 4-teiligen Bund, welcher insgesamt 8x zugeschnitten werden muss (Oberstoff, Innenstoff, Einlage) hat es länger gedauert. Auch hatte ich vergessen, wie man diese Tasche unterhalb von Bund näht. Das war ein bisschen tricky. Weitere Details zu dem Rock gibts demnächst in einem eigenen Post.
  • McCalls M6997-Kleid. Eines meiner absoluten Lieblingskleider. Der Stoff eine curryfarbenen Stretchbaumwolle  sowie Stretchfutter von Fashion-for-Designers ist inzwischen angekommen. Was noch fehlt ist der Reißverschluss.


  • Dunkelblaues taillenkurzes  Jäckchen für den Frühling
    Schnitt Simplicity und Stoff (Reststoff vom Wintermantel-Sew-Along 2015) schon vorhanden. Mache aber zu erst ein Probeteil. Ein paar Dinge möchte ich an dem Schnitt noch ändern. Bin mal gespannt, ob ich das innerhalb des Sew-Alongs schaffe.
  • Für folgende Projekte bin ich noch auf der Suche nach Stoff:
    •  Curryfarbener Rock passend zur rostroten Nettie: Da bin ich auf der Suche nach einem etwas festeren Rock-geeignten-Stoff
    • Aachen (Bolero) Romanitstoff in  creme/beige und dunkelblau
    • Kostüm-Sew-Along-Rock (Schößchen hinten) in alltagstauglich
      Noch keine Ahnung, wie der Rock aussehen soll.
    • Curry/Senf-farbens T-Shirt für Milchmonster-Rock: leider passt der FrauTulpe Jersey nur bedingt zu dem Rock. Falls ich nichts anders finde würde ich den nochmal kaufen.
  • Von der #ProjektBrotundButter Liste inzwischen wieder gestrichen:
    • Jeansrock (ausgestellt): Stoff vorhanden. Schnitt bin ich noch am überlegen. Nachdem ich jetzt den Tellerjeansrock genäht, brauche ich erst mal nicht noch einen.
    • Langarm-Shirt in creme für unter die Mittelalterkleidung (als Unterhemd): So wie es momentan aussieht gehen wir dieses Jahr vielleicht auf kein LARP und bis zu den herbstlichen Mittelalterfestivals ist es auch etwas hin.
Die anderen schon sehr fleissigen Teilnehmerinnen treffen sich bei unserern tollen Vortänzerin Frau Siebenhundertsachen.

Muriel

Freitag, 5. Februar 2016

UFO-Abbau Finale - wie ist es euch ergangen?

Wow, schon wieder sind vier Wochen rum und wir sind auch schon am Ende vom diesjährigen gemeinsamen UFO-Abbau.

Bei dieser Aktion geht es darum, die unfertigen Projekte, die sich manchmal doch leider aus den verschiedensten Gründen ansammeln, zusammen abzubauen. Ob das jetzt fertig stellen oder entsorgen ist, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache weg damit. :-)

Die letzten Wochen wurden viele UFOs bekämpft. Fand es sehr spannend zu sehen, wie ihr voran gekommen seit.

Also zeigt her eure Ergebnisse!

Seid ihr zufrieden mit euren Werken? Gibt es UFOs, die endgültig entsorgt wurden?
Habt ihr noch UFOs übrig?


Vielen Dank an alle UFO-Mit-Abbauerinnen, es war ein sehr schöner Monat mit Euch.

Mein UFO-Abbau-Fazit ist durchweg positiv. Habe bis auf ein UFO alle geschafft und das obwohl in letzter Zeit nur sehr wenig Zeit fürs Nähen war. Ohne das "gemeinsame" Nähen hätte ich das  schleifen lassen.
Gestern Abend habe ich noch einen Endspurt eingelegt und noch schnell die letzten Nähte genäht.

meine neue Nähtreffentasche

Yeah, die vor x Monaten angefangene, neue kleinere Nähtreffentasche ist endlich fertig. In die Tasche passen mein Nähwerkzeugkoffer, 1-3 Projekttaschen (sind bei mir jeweils in kleinen Papiereinkaufstüten), Abpausfolie sowie Nähbücher/Zeitschriften im Seitenfach. Somit ist die Tasche ideal für kurze Nähtreffen, wo ich nicht ganz so viel mitschleppe wie zu normalen Ganztagesnähtreffen.
Zebra-Kleid
(Bolero = Aachen von Schnittquelle)
Mein Zebra-UFO konnte ich endlich erledigen. Der Saum war mit dem Futter verstürzt und hatte dadurch einen Balloneffekt, welcher mir nicht gefallen hat. Außerdem war das Futter hinten einen Tick zu lang und hat rausgeschaut. Ich musste nur den Saum auftrennen, bügeln, puffen und dann beide Säume getrennt säumen. Hätte ich schon vor Monaten machen können.

Im letzten Sommer, zu der Zeit als ich das Kleid im Rahmen des Stoffwechsels genäht hatte, bin ich mit dem Kleid nicht warm geworden. Die Zebras waren mir zu dominant. Die Wintervariante mit schwarzem Bolero gefällt mir da schon viel besser. Demnächst werde ich die Zebras mal ausführen. Mal sehen, wie die sich in freier Wildbahn machen.



In der letzten Woche konnte ich auch meinen Oma-Erinnerungsschal fertigstellen. Dieser lag seit Frühjahr 2015 unfertig bei mir rum. Sie hatte mir versprochen, dass sie noch so lange "da bleibt", bis der Schal fertig ist. Da ich nicht wollte, dass sie geht, habe ich kurzer Hand das Stricken eingestellt... hat zwar eine Zeit funktioniert, aber eben nur eine Zeit lang. Irgendwie wollte ich ihn auch anschließend nicht fertig machen, hatte das Gefühl, dann ist sie wirklich weg. Nun habe ich allen Mut zusammen genommen und weiter gestrickt. Jetzt freue ich mich, dass ich eine Erinnerung an die letzten Monate gemeinsam mit meiner Oma habe.



Der Karorock war zwar schon lange fertig, hat aber erste Alterserscheinungen gezeigt. Nachdem ich den handgenähten Saum sowie den Futtersaum nochmal neu genäht habe, kann ich den Rock auch wieder anziehen.


Fertig bekommen habe ich außerdem noch:
(Details siehe Post vom letzten UFO-Abbau)

Doppelter Tellerrock
Babystrampler
Ein UFO habe ich noch übrig: Das blaue Korsett wartet noch darauf, dass ich das weiße Schrägband an ein paar Stellen wieder annähe. Nach fast 4 Jahren darf das auch mal passieren.
Eigentlich keine Arbeit welche lange dauert, es macht nur überhaupt keinen Spaß. Naja, spätestens wenn ich das Steampunk-Outfit wieder anziehen möchte, muss ich es dann doch machen. So lange warte ich aber noch. :-)


... und last but not least habe ich beschlossen, das Burdakleid-UFO schweren Herzens zu entsorgen.
Meine Nähtechniken vor 4 Jahren waren rückblickend nicht das Wahre. Die Ovi war nicht so gut eingestellt. Inzwischen sieht man an etlichen Stellen die Ovifäden. Die Säume wurden mit der Zwillingsnadel genäht. Mit der Stand ich schon immer auf Kriegsfuß und so sieht die Naht auch leider aus. Zum Glück habe ich inzwischen meine Cover, da geht das Säumen von Jersey super fix und ordentlich. Den Schnitt möchte ich aber unbedingt nochmal nähen. Dann wahrscheinlich in weniger wild gemustertem Stoff, damit der raffinierte Schnitt besser zu Geltung kommt.



So, und jetzt freue ich mich, dass ich wieder neue Sachen nähen darf. Dank dem #ProjektBrotundButter habe ich schon etliche Ideen.

Muriel

Dienstag, 2. Februar 2016

Ausstellung: "Auf nackter Haut" - Was Mode und Politik gemeinsam haben

"Auf nackter Haut" -
verlängert bis 03.April 2016
Zur Zeit gibt es im Haus der Geschichte in Stuttgart eine Ausstellung zum Thema Unterwäsche im Lauf der Geschichte mit dem Titel "Auf nackter Haut - Leib.Wäsche.Träume".

Dank einem Tipp von Ella Wildnaht habe ich von der Tagesveranstaltung "Frei aber nicht haltlos - Was Mode und Politik gemeinsam haben" erfahren.

Ella und ich waren beide in Köln beim Bloggertreffen bei der hervorragenden Führung im MAKK dabei und ich habe gemerkt, was für einen enormen Unterschied es macht, eine Führung durch eine  Kuratorin zu bekommen. Von dem her war ich gleich Feuer und Flamme von der Idee, eine ähnliche Veranstaltung für die Stuttgarter Ausstellung zu besuchen, und wenn es dann auch noch in netter Begleitung von Frau Wildnaht ist, konnte ich einfach nicht nein sagen.

Die Tagesveranstaltung wurde organisiert von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg - Fachbereich Frauen und Politik.

Nun fragt man sich vielleicht, was hat Mode mit Frauen und Politik zu tun. Dies haben uns Frau Dörr von der Landeszentrale für politische Bildung und Frau Hopfensitz (Kuratorin) gleich zu Beginn auf wunderbare Weise erläutert.

Schön fand ich den Einstieg in die Tagesveranstaltung. Die ca. 20 Teilnehmer/innen wurden zunächst ermuntert, ihr schönstes oder schlimmstes Erlebnis zum Thema Kleidung zu erzählen. Vom Altersspektrum waren von Mitte 20 bis bestimmt 70 Jahren viele Altersklassen vertreten. Die  Geschichten der anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren sehr interessant. Von Herren, die noch Leibchen tragen mussten, rosa Kleidchen, welche bei Piratenspielen unwiederbringlich zerstört wurden etc.

Wirkmaschine

Anschließend ging es zur Ausstellung, diese war sehr liebevoll gestaltet, mit vielen Informationen zu den einzelnen Stücken. Die ersten Stücke sind aus dem 19. Jahrhundert und reichen bis ins Jetzt. Es war sehr spannend zu sehen, wie sich durch gesellschaftlichen und politischen Wandel die Unterbekleidung von Männern und Frauen geändert hat.

Bis zum ersten Weltkrieg waren Frauen ohne Korsett nicht denkbar, und das in allen Gesellschaftsschichten. Der Unterschied lag nur in den Materialien für die Korsetts.

Durch die in Frankreich entwickelte Wirkmaschine wurden die Möglichkeiten für Unterwäsche revolutioniert. Neu für mich war, dass Anfang des 20. Jahrhunderts die Männerunterwäsche dekoriert war, u.A. mit Blumen und auch gerne farbig, z.B. rosa war.

Männer-Unterhemden
Baden-Württemberg bzw. damals noch Baden und Württemberg waren damals große Textilstandorte und erst danach wurden diese bekannt für Industrie und Automobile.

Wir haben erfahren, was in eine Aussteuer gehörte, was Abhärtungswäsche war, warum es früher normal war, dass Männer Badeanzüge getragen haben, warum während der 30er-40er Jahre viel Kunstseide (heute Viskose) getragen wurde, dass es in den 50er Jahren spezielle Fernsehkleidung für Frauen gab, seit wann es die Wäschezettel in der Kleidung gibt, dass 70% der Herrenunterwäsche auch heute noch von Frauen gekauft wird und noch vieles mehr.



Insgesamt umfasst die Ausstellung 400 Stücke, welche zum großen Teil eine Leihgabe der Fa. Schiesser als auch von der in Stuttgart bekannten Firma Wilhelm Benger und Söhne sind. Die Vorbereitung für die Ausstellung hat 5 Jahre gedauert.

Nach der informativen Führung gab es noch einen Workshop. Die Kuratorin und ihre Assistentin hatten einige der Stücke der umfangreichen Sammlung für uns herausgesucht. In Zweier-Teams durften wir diese Stücke analysieren und das Ergebnis dann der Gruppe vorstellen. Die historischen Kleidungsstücke waren einzeln mit Seidenpapier(?) eingepackt und diese durften auch nur mit Baumwollhandschuhen angefasst werden. Sehr spannend, diese Stücke aus der Nähe begutachten zu können. Nähtechnisch hat sich in der Zwischenzeit (unser Stück war von ca. 1930 bzw. 1950) nichts geändert - würde man heute auch noch so nähen. Die Zeit ging viel zu schnell rum ... ich hätte ohne Probleme noch ein paar weitere Stunden dort verweilen können.



Die Ausstellung läuft noch bis 3. April und ich kann sie jedem nur wärmstens empfehlen. Auch gibt es noch einige interessante Veranstaltungen rund um das Thema Unterwäsche.

Habe mir den Ausstellungskatalog gekauft, dieser ist schön gestaltet und sehr informativ geschrieben.


Vielen Dank an Frau Hopfensitz, ihre Assistentin und Frau Dörr für den interessanten Tag.

Die Kuratorin ist auch für das Miedermuseum in Heubach verantwortlich. Bisher habe ich nur den Flyer gesehen, aber der sieht schon vielversprechend aus. Da möchte ich unbedingt mal hin. Wer weiß, vielleicht klappt es auch, mit ihr eine Führung zu ergattern.

Muriel

Die Bilder der Ausstellung wurden freundlicherweise vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt.
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