Mittwoch, 16. August 2017

BH nähen: Nähfüße

Auf Instagram kam heute von @anna.maria.du die Frage zu einem Post von 500daysofSewing auf, welche Pfaff-Nähfüße ich zum BH nähen verwende. Wollte erst "nur" auf Instagram antworten, aber eigentlich ist die Information im Blog viel besser aufgehoben, da findet man diese wenigstens ohne langes Timeline scrollen wieder.

Ich habe eine Pfaff Performance 5.0, sowie meine gute alte Gritzner 6152 (baugleich zu Pfaff Tipmatic). Auf beidenn habe ich bereits mit den unten genannten Nähfüßen BHs genäht.


Ich liste die von mir beim BH nähen verwendeten Nähfüße (alle IDT, d.h. der Obertransport kann gleichzeitig verwendet werden) mal nach Häufigkeit auf:

1/4" Füße:
Etwas, was viele am BH nähen unter anderem abschreckt, scheinen die schmalen Nahtzugaben von nur 1/4" (6mm) zu sein. Das ist allerdings mit den richtigen Füßchen überhaupt kein Problem. Ich habe zwei 1/4"-Füße, einmal den nicht-durchsichtigen (oben links im Bild) und den durchsichtigen mit Kantenführung (unten rechts). Hatte zuerst den nicht-durchsichtigen Nähfuß und kam damit sehr gut zurecht. Chrissy hat mir von ihrer Begeisterung für Nähfüße mit Kantenführung erzählt. So habe ich mir noch zusätzlich den durchsichtigen mit Kantenführung geholt... um dann festzustellen, dass der Fuß für mich nichts ist. Zum Glück sind die Pfafffüße so schön günstig. Mein Problem mit dem Fuß ist, dass ich immer wieder auch über quer gesteckte Stecknadeln nähe (soll man nicht, aber mache ich trotzdem :-)), das funktioniert mit der Kantenführung gar nicht. Die Nadel bleibt daran hängen. Auch grumpfelt (Mann behauptet das wäre keine deutsches Wort, dann eben "es kann zu kleinen Fältchen kommen da Stoff sich staucht") sich der Stoff unschön zusammen, wenn man damit mal einen Tick zu nahe an die Kantenführung kommt. Aus den beiden Gründen verwende ich den durchsichtigen Fuß nur sehr selten. Den anderen 1/4"-Fuß würde ich nicht mehr hergeben, damit nähe ich alle 6mm-Nähte. Ohne den könnte ich keinen einzigen BH nähen.


normaler Nähfuß:
Diesen verwende ich für alle Nähte, die Zickzack erfordern. So zum Beispiel das Annähen von Gummibändern, der Träger etc., sowie alle nicht-6mm-Nähte (z.B. Bügelband).

Schmalkantenfuß:
Den Fuß verwende ich für Absteppungen. Diese sind unter anderem die am Cup (Oberstoff) und am Unterbrustband.

Reißverschlussfuß:
Den Fuß verwende ich gerne zum Annähen der BH-Schließe. Ich stelle einen schmalen Zickzack ein und positioniere die Nadel ganz rechts. So komme ich gut an den Metallteilen des BH-Verschlusses vorbei.

Welche Nähfüße verwendet ihr an euren Nähmaschinen fürs BH-nähen?

Montag, 14. August 2017

Arghhh, was passiert, wenn man Projekte, die nicht sein sollen doch versucht durchzuziehen

Nach meiner ersten Probeversion des trägerlosen BH Schnitt "Esplanade" von Orange Lingerie, welche wesentlich erfolgreicher war als ursprünglich gedacht aber dennoch noch ein paar Optimierungspunkte hatte, wollte ich unbedingt noch eine zweite Variante nähen. Inzwischen habe ich zusätzlich zu meinem Stofflager für "normale" Kleidungsprojekte auch ein gut gefülltest Unterwäsche-Materiallager, so stand dem Vorhaben eigentlich nichts entgegen.

Bei meinem Ausflug zu Sewy im letzten Jahr hatte ich mich auch mit petrolfarbenen Stoff eingedeckt. Meine Liebe zu der Farbe ist nach wie vor noch existent aber inzwischen konnte ich mir den Stoff nicht mehr als normalen BH vorstellen. Der Stoff hat für einen "BH-Stoff" relativ breite Streifen. Die lassen sich, meiner Meinung nach, eher nur schwer sinnvoll auf so kleine Stoffstücke unterbringen wie es bei einem normalem BH-Schnitt erforderlich ist. Deswegen wollte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und habe angefangen den Stoff für den trägerlosen BH zu zuschneiden. Abgesehen von den Cup-Schnittteilen sind die Bandschnittteile, verglichen mit nem Standard-BH-Schnitt riesig und lassen die Streifen besser zu Geltung kommen. Bin mit der Wahl des Stoffes war ich aber immer noch nur so semi happy. Stand heute würde ich den nicht mehr kaufen aber jetzt war er schon mal da.

ein neuer trägerloser BH entsteht
Nachdem ein Teil schon zugeschnitten war (Prozess ging verteilt über 2 Tage) hat Orange Lingerie auf Instagram eine Version des Schnittes aus Spitze gezeigt - wow, so was wollte ich haben. Umso mehr sank meine Motivation zu "Sträflingsstreifen"-Modell auf meinem Zuschneidetisch. Weil ich es mit mir nicht vereinbaren konnte, die bereits zugeschnittenen Teil zu entsorgen, habe ich mich aufgerafft und den BH mit dem Streifenstoff zugeschnitten.

Meine Arbeitsmoral wurde durch diverse (selbst verursachte) Pannen auch nicht besser. z.B. Wollte ich petrolfarbenes Laminiat verwenden, die Bandteile habe ich aber schon mit schwarzen BH-Powernet unterlegt. Somit wären die beiden Cups im Hintergrund sichtbar Petrol gewesen der Rest des BHs aber schwarz. Das geht ja überhaupt nicht. Mein Plan die Laminatteile vor dem Beziehen mit dem Oberstoff noch mit dünner schwarzer Mikrofaser zu doppeln ist mir erst nach dem Nähen des ersten wieder eingefallen. Beim zweiten habe ich das Mikrofaser mit Strühzeitkleber auf dem Lamniant geklebt und als ein Stück weiterverarbeitet - das hat wunderbar geklappt. Beim ersten Cup musste ich dann das Mikrofaser ganz normal wie den Oberstoff zuschneiden, nähen und dann auf den Cup aufziehen. Das war einiges mehr Arbeit. Auch in dem Fall habe Laminat-Cup und  die schwarze Mikrofaser via Sprühzeitkleber befestigt. Anschließend konnte ich beide Cups mit dem Oberstoff beziehen. Im fertigen Zustand merke ich zwischen beiden Cups keinen Unterschied. Die extra genähte Mikrofaserlage kann man bei genauem Abtasten noch erfühlen aber nicht so, dass es sichtbar wäre.


Ich hatte mit den anderen Teilnehmerinnen von "unserem "Sewy Kurs eine regen Austausch über die Fragestellung, in wieweit man beim Beziehen des Cups den Oberstoff "spannen" darf so dass dieser weder zu viel Spiel hat (Falten wirft) noch zu straff ist. Dieses Mittelmaß habe ich bisher immer geschafft einzuhalten. Dieses Mal hatte ich, ausgelöst durch die Diskussion, plötzlich Angst vor späteren Falten durch nachträgliches Ausleihern, dass ich wohl nen Tick zu stark den Oberstoff am Laminatcup gezogen habe. Mit dem Resultat, dass sich (leider erst einige Zeit) später, die obere Kante des Laminats nach oben abstand :-( Zu dem Zeitpunkt, war der Cup dann schon an den restlichen BH genäht und selbst wenn ich gewollt hätte, wäre keine Nahtzugabe zum rauslassen mehr dagewesen. Notgedrunken habe ich am oberen Rand eine sichtbare Naht genäht, die den Effekt nun verhindert aber nun habe ich eine Naht wo keine hingehört. Meine Arbeitsmoral sank noch weiter in den Keller. Jeder kleine Vernäher kam mir inzwischen vor wie eine Katastrophe aber ich wusste, wenn ich jetzt nicht die Zähne zusammen beiße und die restlichen Schritte noch durchziehe liegt der BH ewig aufm UFO Stapel und der Schnitt, den ich eigentlich sehr sehr schön finde, würde bei mir im Kopf erst Mal gestrichen. Soweit wollte ich es dann doch nicht kommen lassen.
BH von innen, wie beim letzten Mal mit zusätzlichen Stab am Verschluss

Auf Grund meiner bombenmäßigen Motivation habe ich im Laufe des Nähens ganze vier Nadeln! erfolgreich geschrottet. Die Lebensspanne mancher Nadel war unter 30min : -( So frustriert hat mich schon lange kein Projekt mehr.


Eine Änderung zum Probe-BH habe ich noch gemacht. Die Tunnel für die Stäbe unterhalb der Cups habe ich nicht wie im Schnitt vorgesehen nach dem Annähen des Bügelbands angenäht sondern mit den Bügelband mitgefasst. Beim ersten BH hatte der Stab an der Stelle Spiel. So gefällt es mir besser.

Irgendwann war der BH dann auch wirklich fertig (das ganze Nähdrama ging auch nur einen So Nachmittag) aber ich war mega unglücklich. Der BH sah für mich nach "Sträfling" aus, die vorgenommene Änderung am Cup hat zwar eine Besserung gebracht aber immer noch liegt der BH in der Mitte im oberen Bereich nicht perfekt an, gefühlt waren alle Nähte schief .... *grummel* Selbst das Anprobieren brachte mir keine wirkliche Freude. Es war einfach alles ist doof  mit diesem Projekt. Um wenigstens wieder auf gute Laune zu kommen habe ich mich mit nem Buch in die Wanne gelegt und bisschen Wellness gemacht. Danach ging es mir besser aber Freude über den neuen BH war keine da.

Später am Abend musste Mann noch an "meinen" Laptop - in der Zeit war mir langweilig und ich habe spontan aus dem Stoffrest noch eine Panty "Lady Shorty" (Cloth Habit) zugeschnitten. Gerne hätte ein schwarzes Spitzengummi verwendet, war aber keines da. War mir dann aber auch ziemlich egal. Und dann geschah ein Wunder: Als diese Panty fertig war und ich das Set dann zusammen gesehen habe, war sie da meine Begeisterung. Plötzlich waren alle kaputten Nadeln vergessen, die schiefen Nähte waren dann doch  nicht so schie.


BH:
Schnittmuster: Esplanade Bra (Orange Lingerie)
Material: Oberstoff  + Kurzwarenpaket (Sewy - gekauft im Ladengeschäft), Plastikstäbe + Meterware BH-Schließe (Wien2002)
Änderungen: siehe Blogpost vom letzten Mal + die obere Kante der beiden kurzen Tunnel unter der Brust habe ich gleich in einem Zug mit dem Bügelband angenäht + Alle Tunnel gehen in der Version jeweils bis zur Mitte vom Unterbrustgummi. Die Stäbe unterhalb der Cups wurden unterm Bügelband mitgefasst.
Beim nächsten Mal werde ich am unteren Band am Frame-Übergang-zum-BackBand noch ca. 0,5cm weg nehmen.
Fazit: Ja, das war ein echtes Hin und Her meiner Gefühle mit dem BH. Dafür kann der Schnitt aber überhaupt nichts. Als nächstes nähe ich dann mal eine Spitzenversion. Für mich ist der BH alltagstauglich und nicht nur in Kombination mit Kleidung, welche einen trägerlosen BH erfordern. Der BH trägt sich wirklich sehr gut.

Panty:
Schnittmuster: Ladyshorts von Cloth Habit (gratis Schnittmuster)
Material: Spitzengummi (Euro-band via Dawanda), Reststoff vom BH Sewy, Baumwolljerseyrest (für Zwickel)
Änderungen: Mein Spitzengummi war 1cm breiter als im Schnitt benötigt, deswegen habe ich an allen Kanten, welche mit Spitze "versäubert" wurden, am petrolfarbenen Stoff 1cm weggenommen.
Fazit: Vor ein paar Monaten habe ich den Schnitt das erste Mal genäht und immer noch habe ich keinen Haken daran gefunden. Er ist mein Go-To-Pattern für Pantys aus nicht-Spitzenstoff.

Samstag, 12. August 2017

Hosen und ich: Flint Shorts


Wie kurzem angekündigt, verfolge ich in diesem Jahr auch nochmal das Thema "Hosen". Als Lektion aus dem letzten Jahr allerdings auf dem Fokus von Hosen mit weiterem Bein.

In den letzten Monaten war ich fotografiermäßig öfters unterwegs und habe einen Fotokurs belegt. Für solche Aktionen muss sogar ich zugeben, sind Hosen einfach praktischer. Ich fotografiere gerne aus ungewöhnlicheren Perspektiven z.b. direkt von Boden und wenn man so aufm Boden liegt, ist eine Hose definitiv praktischer als ein Rock. Bei den Gelegenheiten habe ich schmerzlich eine Hose vermisst in der ich mich bewegen kann und mich wohlfühle.


Nachdem die Willow Culottes für mich ein absoluter Reinfall war, habe ich mich an der Flint Shorts von Megan Nielsen versucht.

Das raffinierte an der Hose ist die Möglichkeit diese mit zwei Bändel zuschließen und dass die Hose ohne Reißverschluss auskommt. Der für den Einstieg notwendigen Spielraum versteckt sich in einer der Taschen. Das macht den Schnitt zu einem sehr schnellen Projekt. Auch die Anzahl der Schnittteile hält sich in Grenzen.

Häufig fehlt mir die Motivation solche "langweiligen" Projekte zu nähen aber durch die Instagram- Aktion #denimfashionweek2017 von  mecki_macht, handgeklotzt und bysoneken kam ich auf die Idee mich an einer Jeansshort zu versuchen.

Den Stoff dazu habe ich entweder von der AnNäherung in Bielefeld oder vom Bloggertreffen in Stuttgart (ich sollte mir das echt mal aufschreiben). Das war wohl der Reststoff von jemanden. Zwei kleinere Jeansstücke, zu klein für ne richtige Hose aber für ne Shorts ausreichend.

Bei der Größenfindung war ich froh, dass Kleidermanie das in ihrem Blogpost ausführlich beschrieben hat. Laut Fertigmaßen wäre mir die XS zu klein aber dank der Beschreibung von Nina habe ich mich mutig an die "zu kleine Größe" gewagt und bin jetzt sehr froh, das getan zu haben. Die andere Größe wäre mir zu groß gewesen. Vermute, das ich auch eines der Probleme, welche ich mit der Willow Cullotes habe.

Als Bund wird bei diesem Schnitt ein gerade Streifen verwendet, ich habe bisher die Erfahrung gemacht, dass bei mir ein Formbund wesentlich besser sitzt und war dieses Mal auch wieder sehr misstrauisch. So habe ich alles bis auf die Bund Schnittteile aus dem Jeansstoff zugeschnitten, den Bund aber aus Probestoffe um dort dann die Änderungen machen zu können. Aber ein Wunder ist geschehen und der gerade Bund steht nicht ab und sitzt genauso wie er sollte. Ich war überrascht und habe dann gleich den Bund in Jeans zugeschnitten.

Meine Änderungen halten sich dieses Mal in Grenzen: am Bund habe ich auch die obere Kante abgesteppt, finde dieses gibt dem Bund an der Kante ein bißchen mehr Stabilität und den Saum der eigentlich erst 1cm und dann nochmal 5cm umgeschlagen wird, habe ich nur um 4cm insgesamt umgeschlagen.



Aus Sorge die Hose könnte zu eng werden habe ich den verdeckten Knopf an Bund einen Tick weiter aus als vorgesehen angenäht - mal sehen, ob ich den nicht doch wieder auf den ursprünglichen Platz versetze. 

Die Länge der Hose gefällt mir sehr gut. Im Gegensatz zu der Deer & Doe Shorts fühle ich mich nicht zu nackt. Der raffinierte Verschluss gibt der Hosen das gewisse etwas.


Schnittmuster: Flint Ver. 4 von Megan Nieslen in  XS
Material: leichter Jeansstoff mit leichtem Stretch, G785 Einlage, Knopf (geerbt von Oma)
Änderungen: Bund auch an oberer Kante abgesteppt, Hosenbeine anstatt insgesamt um 6cm nur 4cm umgeschlagen
Fazit:Fühle mich in der Hosen schon wesentlich wohler als in der Willow Cullotes. Ich will mir unbedingt noch eine lange Version davon nähen.

Donnerstag, 10. August 2017

Hosen und ich: Winslow Cullottes

Eigentlich war ich monatelang nur mit den Projekten für die anstehende Hochzeit meiner Schwester beschäftigt. Zur Entspannung hatte ich mir zwischendrin ein schnelles Projekt gegönnt - zum dann darüber bloggen hat dann aber die Zeit gefehlt.

Warum auch immer verspürte ich eine unbändige Lust, mir eine Shorts/Overall/Jumpsuit zu nähen. Da die beiden letzteren eher große Projekt waren, habe ich mich erst Mal an ein kleines Projekt gemacht - schließlich hatte die Hochzeit Vorrang, aber ich wollte so gerne was für mich machen. Das "Nähen für Andere" (und besonders über einen so langen Zeitraum) ist echt nichts für mich. Immer warten auf Anproben, Rückfragen, etc. 

Während des MeMadeMays habe ich dieses Jahr tolle Versionen der Flint-Hose von Megan Nielsen gesehen, so eine wollte ich haben. Der Schnitt war schnell besorgt, aber an einem langen Wochenende ohne Möglichkeit, den A0-Schnitt zu plotten, ging es da nicht weiter. Der A4-Schnitt hat über 50 Seiten ohne Angabe, welche Seiten für die kurze Variante benötigt werden bzw. auch keine Klebeübersicht über die Seiten (da hätte ich es ja selbst kontrollieren können).

Meine Alternative war die Winslow Culottes (Patterntester Übersicht) von Helen´s Closet. Bei dem Schnitt, dieser kam vor ein paar Monaten raus, war es Liebe auf den ersten Blick, nur mit der Motivation war es nicht so weit her. Jetzt musste schnell ein Schnitt her und da ist mir dieser wieder eingefallen. Bei Helen gibt es sowohl einen Schnittplan als auch eine Information, für welche Variante man welche Seite ausdrucken muss, und obendrein noch die Möglichkeit, die nicht benötigten Größen auszublenden - yeah. Besser kann man es nicht machen. Die A0-Datei ist auch dabei.

Die Anleitung an sich ist auch sehr gut aufgemacht, keine Fotos, sondern gut gemachte Grafiken. Zusätzlich gibt es noch einen Winslow Culottes Sew Along.

Hosen und ich sind ja generell ein Thema. Die Erkenntnis vom letzten Jahr war, dass ich mich in Jeans bzw. engen Hosen nicht wohlfühle. Somit trage ich diese sehr ungern. Das funktioniert mit weiteren Hosen, wie meinem Jumpsuit, schon viel viel besser. Deswegen war ich sehr gespannt, wie ich mich in dem Hosenrock fühlen würde. Ich habe bereits 2013 einen sommerlichen Hosenrock genäht. Dieser ist aber zu groß (sitzt nicht in der Taille), das Material gefällt mir nicht mehr und die Farbe ist für mich schwer kombinierbar.

Das Nähen der Winslow Culottes ging super schnell. Ich habe die Hose inkl. der Papierschnitt-Klebe-Orgie an zwei Abenden nach der Arbeit erledigt.



Aber mit dem guten Tragegefühl ist es nicht weit her. Den Stoff hatte ich irgendwann mal bei einem Bloggertreffen gekauft, aber inzwischen weiß ich, die Farbe, dieses hellere mellierte Braun, ist einfach nicht meins, aber es war der einzige taugliche Stoff für eine tragbare Probe. Immerhin bin ich froh, dass ich keinen teuren Stoff genommen habe. Am Bund sitzt es doch etwas locker und ich denke, ich könnte beim nächsten Mal noch eine Größe runter. Ich mag es, wenn Kleidungsstücke in der Taille anliegen, und dieses rutscht ein bisschen runter. So schlimm, dass ich den Bund noch mal abtrenne und die Falten noch mal tiefer lege, ist es aber nicht.

Nach ein paar Wochen ist mir klar, dass aus dieser Hose und mir nichts wird. Die Farbe und die wahrscheinlich falsche Größe führen dazu, dass ich mich darin nicht wohlfühle. Als Notfallhose, die dreckig werden darf, etwa bei Fotoshootings hinter der Kamera, gehts z.B.

Schnitt: Winslow Culottes von Helen´s Closet Version A
Material: leichter Baumwoll-Poly-Mischung (aus meinem tragbare-Probestoffe-Vorrat), Einlage für den Bund und Reißverschluss, nahtverdeckter Reißverschluss.
Änderungen: am Schnitt keine. Hatte keinen 22cm nahtverdeckten Reißverschluss, habe einen 20cm langen genommen - ging auch.
Fazit: Ähhh ja, ich nenne es das "Ding". Liebe sieht anders aus. An anderen mag ich diese Hosenrock-Optik. An mir bisher eher weniger, aber es könnte auch an der für mich untypischen Farbwahl liegen. Denke, in einem Chambray würde mich mich wohler fühlen.
Falls es ein nächstes Mal gibt: anderer Stoff, aber mit ähnlichem Fall, sowie nochmal den Bund messen und dann wegen Größe entscheiden 

Ps: diese Leinenvariante des Schnitts finde ich super. Vielleicht brauche ich auch mal eine lange Variante.

Dienstag, 8. August 2017

mein zweiter Sewy BH-Nähkurs - Optimierung des Esplande Bras



Wir waren zum zweiten Mal bei Sewy zum BH-Nähkurs (hier der Blogpost vom ersten Kurs). Zu unserer Truppe vom letzten Mal kam noch Antje (machenstattkaufen) dazu. Somit hatten wir wieder die Kursleiterin ganz für uns.


Die drei tollen Tage wurden wieder organisiert durch Melanie (500daysofsewing). Wir beide sind Freitags vor dem Treffen mit den Anderen mal "kurz" für 3 Stunden bei Sewy vorbei, um uns mit noch fehlendem Material ein zudecken. Ich muss sagen ich war sehr erfolgreich und hätte ich mich an meinem Plan gehalten (hatte mir vorher aufgeschrieben für welches Projekt mir was fehlt) hätte ich sicherlich auch alle Materialien bekommen. Leider habe ich vor Ort (warum auch immer) entschieden aus Träger-BH-Projekten trägerlose zu machen - warum entschloss sich mir schon Sonntags abends nicht mehr und ich muss die fehlenden Träger nun noch nachbestellen. Menno. Ich glaube, ich habe für ca. 10 BH Projekte Material gekauft. Häufig hat nur noch Gummi oder Laminat gefehlt - das farblich passend übers Netz zu bestellen finde ich sehr schwierig und bin jetzt froh, dass ich wieder Vorrat habe. Anschließend haben wir uns mit den anderen Kursteilnehmerinnen sowie Bele (Podcastepisode mit ihr) zum gemeinsamen Abendessen getroffen.

Samstags stand dann ganz im Rahmen des Nähkurses. Ich habe mich wieder auf Nicht-Sewy-Bahnen bewegt (die anderen haben Sewy Schnitt genäht) und den Esplande Bra von Orange Lingerie genäht. Meine erste Variante (daheim genäht) saß schon nicht schlecht aber Optimierungspotential gab es schon noch. Ein Glück, dass wir so eine erfahrene Kursleiterin hatten.  Die vordere Mitte wird nun nicht mehr im Bruch zugeschnitten. Durch diese Mini-Änderung sitzt der BH jetzt 1a. Allein wäre ich darauf hingekommen. Meine Idee war, dass es am Cup liegt - war es aber gar nicht.


Schnittmuster: Esplanade Bra (Orange Lingerie)
Material: Oberstoff und sonstiges Material (Sewy), Plastikstäbe (Wien2002), Meterware BH-Schließe (Wien2002)
Änderungen: wie bei der ersten Variante + Änderungen am Mittelteil (nicht mehr im Bruch zugeschnitten)
Fazit: Ich liebe diesen Schnitt. Er sieht einfach klasse aus und trägt sich unglaublich toll. Dies ist inzwischen schon meine dritte Variante (1. Punktetüll, 2. petrolfarbene Streifen (noch nicht verbloggt)) 

BH von innen
Am Sonntag waren wir bei Antje eingeladen, sie hat uns die Alabama Chanin Technik gezeigt und wir konnten in den Craftsykurs von Alabama Chanin (gibt es nicht mehr zum kaufen) reinschauen. Antje hat uns ihre tollen Jäckchen aus der Technik gezeigt, ihre sind komplett mit der Hand genäht. Hier ein Beispiel. Diese sind unglaublich toll.

Die drei Tagen waren wieder unglaublich toll. Bin sehr dankbar, dass Melanie schon zum zweiten Mal die Orga übernommen hat. Das ist einiges an Arbeit.

Passend zu dem BH habe ich mir aus dem Reststoff noch eine "Lady Short" (Cloth Habit) genäht. Den Schnitt trage ich sehr gerne (hier meine grüne Variante). Am liebsten hätte ich dieses Mal als Abschluss rotes Spitzenband verwendet um die Farbgebung vom BH noch besser aufzugreifen aber meine vorhandenen Spitzen müssen auch mal weg.

Schnittmuster: Ladyshorts von Cloth Habit (gratis Schnittmuster)
Material: dehnbare Spitze, Reststoff von einem selbst zusammen gestellten BH Material Paket von Sewy.de, Baumwolljerseyrest (Komplett gedoppelt und für den Zwickel)
Änderungen: keine - nix - nada :-)
Fazit: Ich liebe den Schnitt

Sonntag, 6. August 2017

Nähpläne 2017 (ja, ich weiß wir haben inzwischen August)

So, nachdem mein Big-Projekt (Schwester-Hochzeit mit etlichen Nähprojekten) in diesem Jahr abgeschlossen wurde, konnte ich mich nun meinen eigenen Nähplänen widmen.

Im letzten Jahr war mein Motto "Hosen" und ich habe herausgefunden, dass ich mich mit Hosen wirklich schwer tue. Meine 2016 genähte Ginger Jeans (mit Handstickerei) ziehe ich eher nur an Tagen an, an denen ich nichts im Schrank finde, aber eigentlich nie, weil ich Bock drauf habe.
Der kurze Closet Case Files Jumpsuit war ein Reinfall  - der wird jetzt als Daheim-Jumpsuit verwendet. In dem langen Jumpsuit war es schon besser, aber durch den Jersey fühle ich mich, als würde ich im Schlafanzug draußen rumlaufen.

Dafür entpuppte sich der Webstoff-Jumpsuit als mein absolutes Lieblingsstück vom vergangenen Jahr. So fühle ich mich in Hosen wohl. Muss aber auch zugeben, dass das ungeschulte Auge bei dem Jumpsuit eher an ein langes Kleid denkt als an eine Hose, aber vielleicht ist es auch genau das, warum ich mich darin wohl fühle. Kein durch Hosenbeine eingesperrtes Gefühl dank der Weite und (verglichen zu Jeans) ein luftigeres Gefühl.

Dieses Jahr beim MeMadeMay hatte ich an einem Tag meine Deer&Doe Shorts (von 2014) an. Es stand u.A. ein Spielplatzbesuch mit dem Patenkind an und da wollte ich was taugliches anhaben.


Drehumdiebolzeningenieur hat mir zu dem Bild geschrieben, dass man es sieht, wie unwohl ich mich in dem Outfit fühle. So kam ich auf die Idee, die Sache mit den kurzen Hosen, welche (bestimmt) praktisch sein können, nochmal anderes anzugehen. Nämlich mit Schnittmustern mit weiterem Bein.

Mein Plan zu Shorts:

- Flint (Megan Nielsen)
- Willow Culottes (Helen´s Closet)

Und in der Kategorie Jumpsuit bzw. Overall:

- Wearing History Overall
Mika Oh! Overall

Gerne würde ich auch meinen Webstoff-Jumpsuit ausm letzten Jahr nochmal nähen, aber die Stoffsuche gestaltet sich als sehr schwierig. Entweder sind die Muster auf den Stoffen viel zu klein für so ne große Fläche oder zu groß, sodass an den Prinzessnähten/Taillenband das Muster unschön unterbrochen würde.
 

Sonntag, 16. Juli 2017

Film- und Serien Sew-Along 2017 Teil 4: Finale


Heute ist endlich das Finale vom Film- und Serien Sew-Along von minimale extravaganz. Wie im letzten Jahr habe ich (schon wieder) ein Kleid aus der BBC-Serie "Call the Midwifes" genäht. Nämlich das "Arbeitskleid" der Hebammen aus der Staffel 5 und 6.

Dieses Mal war ich sogar schon eine Woche vorher fertig. So was passiert mir sonst nie... da hoffe ich sonst immer auf ein Finale der Herzen bzw. eine lang geöffnete Linkliste aber dank der zusätzlichen Arbeiten für die anstehende Hochzeit meiner Schwester arbeite ich nähtechnischer effektiver denn je.

Mein Plan war folgender:

So sollte das Kleid aussehen.
Der Rock hat auch ein Knopfleiste
Bei dem Schnitt hatte ich das Glück, dass Yacurama mir den Schnitt aus meinem Basisschnitt (Burda-UBoot-Oberteil) entwickelt hat. Für den Rockteil habe ich DEN Burdarockschnitt (5/2012) (wieder) verwendet.

Beim letzten Treffen hatte ich das Probekleid gezeigt, damals noch ohne Ärmelaufschläge. Die hatte ich dann noch dran gebastelt. Am Rockteil ist der Beleg für die Knopfleiste angeschnitten, am Oberteil ist es ein separater Beleg. Yacurama hatte mir die Schnittteil fürs Oberteil konstruiert. Beim Futter musste ich dann selbst ran. Theoretisch nicht so viel Arbeit: Belege zeichnen und daraus dann die anderen Schnittteile fürs Futter entwickeln, da das Oberteil aber aus vielen Schnitteilen besteht, welche alle vom Beleg "beeinträchtig" wurden, war da dann doch einiges zu tun und so habe ich einen kompletten Abend damit verbracht.

Auch dieses Mal fand ich es sehr spannend aus einer Vorlage ein Kleid zu entwickeln.


Verwendet habe ich einen Jeans Chambray von KBC in einem tollen dunkelblau und schönen weichem Fall ohne zu leicht zu sein. Dazu dann noch dunkelrotes Leinen für die Paspeln. Der Kragen und die Ärmelaufschläge sind aus Jeans Chambray von Eulenmeisterei. Diese beiden habe ich Gewebeeinlagen verstärkt, damit beide einen guten Stand haben. Ansonsten habe ich nur die Knopfleiste mit G785 verstärkt. 


Das Nähen ging recht flott, hat aber wegen der vielen Teile doch seine Zeit gedauert. Momentan besteht meine Nähzeit wegen der anstehenden Hochzeit aus "Vor-der-Arbeit-nähen" (zw. 1,5-2,5h)  und "nach-der-Arbeit-nähen" (ca. 4h) . Das Kleid habe ab dem Zuschneiden innerhalb von 6 Tagen fertig gestellt.

Habe das komplette Kleid gefüttert. Oben mit Batist und unten aus Futterstoff. Das Füttern des Rockes war etwas kniffelig, da das Futter an der angeschnittenen Knopfleiste mitgefasst wird aber es hat geklappt.

Vor den Knöpfen / Knopflöchern hatte ich etwas Bammel. Nicht wegen der Knopflöcher, die kann meine neue Nähmaschine ebenso wie die alte sondern vor dem Anzeichnen der Knopflöcher und Plazieren der Löcher. Da tue ich mich sehr sehr schwer. Angefangen bei "wie viele Knöpfe brauche ich"? "in welchem Abstannd bringe ich diese an?" "Wie rechne ich den für die Knopfloch benötigten Plazierung aus?" usw. So ein Simflex (Link zum Bernina Blog) wäre schon was schönes. Vielleicht werde ich irgendwann mal eines haben und dann mich öfters ans Knopflöcher plazieren trauen.


Wie bei der Vorlage aus der Serie gibt es nur am Oberteil sichtbare Knöpfe. Für den Rockteil habe ich 13mm Druckknöpfe verwendet. Da muss ist es mit der Platzierung auch nicht so schlimm.


Normalerweise säume ich meine Röcke "immer" mit dem Nähmaschinenrollsaumfuß. Das geht schön schnell und sorgt für schönes Ergebnis. Dieses Mal erschien mir ein solcher Saum als nicht passend und ich habe den Jeanssaum mit der Hand genäht. Habe ja nichts gegen Handnähte aber dieses Mal hat es ewig gedauert. Dabei ist es "nur" ein halber Teller. Immerhin konnte ich den Futtesaum mit dem Nähmaschinenrollsaum nähen - das ging schön fix.

Die kleinen Eingriffstauschen oberhalb der Brust sind für mich nicht benutzbar. Ich kann meine Hand nicht in dem dafür benötigten Winkel knicken. Soweit ich mich erinnere greift in der Serie auch nie jemand in die Taschen. Die hängen nur ihre Hebammenuhren (heißen die so?) von außen dran. 

Ich fühle mich in dem Kleid sehr wohl. Wollte seit Ewigkeiten ein Hemdblusenkleid haben - jetzt habe ich endlich eines.


Schnitt: 
Oberteil: konstruiert von Yacurama mit Eingriffstaschen oberhalb der Brust, Puffärmeln mit Ärmelaufschlägen
Rockteil: Rockteil Burda 5/2012 Modell 106B, Teilungsnähte entsprechende der Nähte / Abnäher vom Oberteil verschoben, Taschenpatte weggelassen
Material: Jeans Chamb ray von KBC(Hauptstoff), Jeans Chambray (Kontraststoff) von Eulenmeisterei, Einlage G785 (Knopfleiste) sowie eine etwas festere (Ärmelaufschläge & Kragen), beziehbare Knöpfe (Prym), 13mm Druckknöpfe (Prym), Stoff für Paspel, Batist und Futter
Änderungen: siehe Text
Fazit: Ich liebe mein neues Kleid. Glaube ich brauche noch mehr Hemdblusenkleider.


Gürtel: Gummi und Schließe vom Nähkontor Anmerkung: Die Schließen sind nicht im Onlineshop, bei Interesse einfach dort anfragen.

Die anderen bestimmt nicht minder stolzen Sew-Along-Teilnehmerinnen findet ihr bei minimale extravaganz aufm Blog.

Vielen Dank an Yacurama für deine Mithilfe bei dem Schnitt, ohne Dich wäre ich bei dem Sew-Along nicht weit gekommen und die tollen Fotos vom Kleid.

Donnerstag, 13. Juli 2017

Schwesternhochzeit: mein Hochzeitsgastkleid Nr. 1 - Probekleider

Anfang des Jahres war meine Schwester noch recht unentschlossen was für eine Art von Kleid sie gerne von mir zu ihrer standesamtlichen Hochzeit haben wollte. Also habe ich zuerst mit meinem Projekt für die kirchliche Hochzeit angefangen.

Die Schnittsuche gestaltet sich allerdings auch für mich als nicht so einfach. Ich glaube es lag daran, dass Kleider für mich schon zum Alltag gehören und es nicht mehr sooo viele Schnitte gibt, die mir gefallen und die ich als was besonderes empfinde. Verglichen mit dem normalen Standard da draussen sind wir (Nähnerds) ja auch im Alltag fürs allgemeine Empfinden in besonderer Garderobe unterwegs.

Eine besondere Einschränkung war dann auch, dass ich bei der Feier auch Fotos mache. Zum richtigen Shooting ziehe ich was anderes an aber auch die restliche Zeit sollte das Kleid mir eine gute Bewegungsfreiheit geben ohne, dass ich Anderen zu tiefe Einblicke gewähre. Das war nicht so einfach. Meine Wahl fiel schließlich auf Simplicity 1418.
Durch die freien Schultern ist es für mich definitiv ein besonders Kleid und gewährt auch bei Fotografieraction keine ungewollten Einblicke.
Das ein schulterfreies Kleid überhaupt in meine Auswahl kam, war nur möglich, weil ich inzwischen auch trägerlose BHs (Esplanade Bra, habe inzwischen drei Stück) nähen kann. Vorher habe ich mangels bequemem trägerlosen BH immer einen Bogen um solche Schnitte gemacht. Das ist jetzt kein Problem mehr.

Wie immer habe ich mit einem Probeoberteil angefangen. Ich war überrascht, wie wenige Änderungen ich vornehmen musste: Nur kleine Änderungen an der vorderen Prinzessnacht und an den "Ärmeln". Auch die mittlere Rückennaht konnte ich so lassen. Hatte beim ersten Probeteil vorsorglich schon ne Mittelnaht hinzugefügt, diese war aber dann überhaupt nicht notwendig. Auch bei den Rückenabnäher hat alles gepasst. Hinten musste ich gar keine Änderung vornehmen. So was gibts sonst nie.
Erstes Probekleid: Oben Simplicity,
unten Call the Midwife

Allerdings hat mir der zum Schnitt gehörige Rockteil nicht so gefallen. So habe ich den Rock vom Call the Midwife Kleid (Film- und Serien Sew-Along 2016) übernommen. Da ich meine Probeteile aufbewahre, musste ich den Rock nicht neu zuschneiden, sondern konnte diesen direkt dran stecken. Finde das sehr praktisch. Hinten passten die Nähte von Falten und Prinzess/Seitennähte sehr gut aufeinander. Beim Vorderteil könnte noch angepasst werden.

Nachdem das so gut geklappt hat habe ich mir ein tragbares Probekleid genäht. Schließlich musste die Fotografierfähigkeit in dem Kleid noch erprobt werden. Verwendet habe ich dafür eines meiner Stoffschätze. Es ist ein weicher Baumwollstoff mit Blumenmuster. Dieser stammt ausm Secondhand und war eigentlich mal Bettwäsche. Ist der nicht viel zu schade für "nur" Bettwäsche?!

Aus dem Stoff habe ich auch schon mein Anna-Dress genäht und auch nach dem Simplicity Kleid habe ich noch ein Bettdeckenbezug übrig. Es wird also irgendwann mal noch ein Kleidungsstück aus dem Stoffschatz geben.

unter den "Ärmel" verstecken sich noch Träger mit Gummiband, diese sorgen für einen guten Halt

Das fertige Kleid habe ich dann (aus zeitlichen Gründen ungesäumt) zu einer Familienfeier, bei der ich auch fotografiert habe, getragen. Das Kleid hat sich sehr gut gemacht und ich habe mich nicht eingeschränkt gefühlt. Somit stand dem richtigen Kleid nichts mehr im Wege.

tragbare Probekleid
Schnittmuster: Oben Simplicity 1418, unten Call the Midwife Kleid 1(Teller mit 6 tiefen Kellerfalten)
Material: Baumwoll-Bettwäsche ausm Second Hand, nahtverdeckter Reißverschluss, Gummiband (versteckte "Träger" unter den Ärmeln), Futter, Gürtel vom Anna-Dress
Änderungen: Ärmel angepasst, vordere Prinzessnähte
Fazit: das Kleid trägt sich sehr gut. Freue mich schon auf´s richtige Kleid - das wird allerdings noch nen Tick länger

Kleid von innen
Als ich dann mit der tragbaren Probe fertig war, hatte mein Schwester sich entschlossen, welches Kleid sie gerne hätte und so habe ich mein Hochzeitsgastkleid erst Mal für ein paar Monate zur Seite gelegt und habe mit den Nähprojekten rund ums Brautpaar angefangen. Erst in den letzten Tagen konnte ich wieder mit meinem Projekt starten.

Mittwoch, 5. Juli 2017

MeMadeMittwoch: Erster Tag mit Alltags-Petticoat

Endlich schaffe ich es mal wieder zum MeMadeMittwoch. Dieses Mal mit einem Foto von letzter Woche Mittwoch. Ich kam erst spät Abends heim, da war leider keine Zeit mehr für den MMM-Blogpost.

Schon länger bewundere ich die schönen Kleider anderer Nähbloggerinnen, welche mit einem alltagstauglichen Petticoat getragen werden (d.h. nicht zu viel Volumen). Chrissy war so nett mir ihren Alltagspetticoat für ein paar Tage auszuleihen. Ich habe mich darin wohl gefühlt, damit statt fest, ich möchte auch einen haben. Online gibt es viel Auswahl - die Mehrheit jedoch aus kratzigen Material, so einen wollte ich nicht.

Beim Walldorf Weekender am Stand von "Miss Lovett vor ein paar Wochen wurde ich dann fündig - einen zweilagigen superweichen Petticoat. Dieser hatte für den Alltag zu viel Volumen. Da er aber nur knapp über die Hälfte eines vergleichbaren Petticoats gekostet hat, habe ich die untere Lage einfach abgeschnitten. Bei den drei vorhanden Tunnel war der Petticoat für meine Röcke immer noch zu lang, deswegen habe noch einen zusätzlichen Tunnel genäht. Jetzt stimmt die Länge und das Volumen.


Mein Highlight am letzten Mittwoch war der Termin zur Abholung des Brautkleids meiner Schwester. Sie hat sich ein wirklich tolles Kleid rausgesucht. Ich freue mich schon riesig auf die Hochzeit. Wie im letzten Blogpost geschrieben habe ich ihr Standesamtkleid fertig aber etliche andere Projekte fehlen noch.

Kleid: Weihnachtskleid 2016
Schnitt: Butterick Schnitt B5984 Variante C
Material: raffiniert gewebter Wollstoff, Futter, nahtverdeckter Reißverschluss, ver. Bügeleinlagen.
Änderungen: u.A. Rock um 23cm! gekürzt, am Oberteil sehr viele Änderungen siehe Teil 4 dieses Sew Alongs
Fazit: Ich trage das Kleid sehr gerne. Dadurch, dass sich am Rückenteil auch diese Klappen am Ausschnitt befinden, eignet es sich leider nicht in Kombination mit Bolero oder Jäckchen. Diese Klappen würde ich hinten das nächste Mal weg lassen.

Die anderen Teilnehmerinnen findet ihr auf dem Blog vom MeMadeMittwoch. Dort werden heute die Urlaubskoffer gepackt.

Montag, 3. Juli 2017

Schwesternhochzeit: ihr Standesamtkleid

Im "Zwischen und Nadel-Podcast" bzw. auf Instagram habe ich schon davon berichtet, dass ich momentan im Hochzeitsvorbereitungsfieber bin. Meine kleine Schwester heiratet in ein paar Wochen und ich hatte die Ehre für sie ihr Standesamtkleid nähen zu dürfen. Über die Anfrage von ihr habe ich mich sehr gefreut.

Inzwischen ist das Ganze etwas ausgeufert und zu dem Kleid kamen noch dazu:
  • eine Handtasche für sie
  • eine Fliege und Einstecktuch für ihn
  • eine Kleid für meine Mutter
  • ein bzw. zwei Kleider für mich (Standesamt und Kirche finden an verschieden Tagen statt)
  • Facinator für mich
  • und wenn mir dann  noch langweilig ist (haha) für meine eigenen Kleider passende BHs aus dem jeweiligen Reststoff
Nachdem ich vor Monaten noch dachte ...  hab ja noch ewig Zeit. Bin ich inzwischen in den Stadium "ist sportlich aber irgendwie noch machbar". Ich werde berichten ab wann ich im "Panikmodus" angekommen bin.

Am meisten Zeit brauche ich für das Standesamtkleid meiner Schwester. Die Schnittsuche ging schon letztes Jahr vor und nach ein paar "spontanen" Umentscheidungen stand dann Anfang des Jahres endlich "der" Schnitt fest. Eine Mischung auf Vogue 8280 mit einem ganzen Tellerrock und Kauf-Petticoat (ein Geschenk von Chrissy an meine Schwester (@chrissy, vielen vielen dank)).

tragbare Probe 1, tragbare Probe 2, Probeoberteile
Anmerkung: am Hochzeitstag, trägt sie drunter noch einen Petticoat
Laut Vogue Maßtabelle müsste ich bei meiner Schwester eine Größe 10 nähen. Den von mir gewünschten Schnitt hatte ich aber leider nur bis Größe 8 da und der Schnitt war schon seit Jahren out of print. Dank der SocialMedia-Power habe ich über Dana (feinstoefflich) den 10er Schnitt innerhalb weniger Tage mein Eigen nennen dürfen. Das 10er Probeoberteil offenbarte dann, dass das viel zu groß ist und viele Änderungen notwendig wären. So habe ich meinen 8er Schnitt wieder raus gegramt und damit ein Oberteil zugeschnitten, dass saß schon viel besser. Hier hielten sich die Änderungenin Grenzen. Als Rockteil habe ich den ganzen Teller von meinem Weihnachtskleid (Schnittmuster B5954) ansteckt und für die Schnittkombination das okay, meiner Schwester erhalten. Hätte ich mal das Rockteil angenäht als nur schnell mal festzustecken, wäre mir im weiteren Arbeit erspart geblieben.

Als nächstes habe ich mit den Änderungen vom zweiten Probeoberteil ein erstes tragbares Kleid genäht. Den Stoff dazu ein "Plastik"Satin hatte ich für wenig Geld von Stoff und Stil. In einem Petrolgrün, so ähnlich sollte auch das richtige Kleid aussehen. Im Eifer des Zuschneidens hatte ich vergessen, dass der Reißverschluss in die hintere Mitte sollte. Nachdem ich den hinteren Rock im Bruch zugeschnitten hatte - war die Idee erst mal unfreiwillig vom Tisch :-( und der Reißverschluss wanderte in die Seite. Meiner Schwester ist natürlich sofort aufgefallen, aber da musste sie dann durch.

Beim ersten tragbaren Probeteil waren dann doch noch einige Änderungen notwendig und so habe ich zur Sicherheit noch eine zweite tragbare Probe gemacht.

Ich würde dieses Schnittmuster niemanden mit guten Gewissen empfehlen. Die Konstruktion ist schwierig und Anpassungen lassen sich nur schwer umsetzen. Dieses Fazit habe ich auch schon auf anderen Blogs zu dem Schnitt gefunden z.B. bei drehumdiebolzeningenieur.

Meine Schwester trägt ansonsten eher keine Webstoffkleider und schon gar keine eher enganliegenden. So wurde sie "zwangsverpflichtet" das tragbare Probeteil mind. einen Tag lang zu tragen um mir zu sagen, ob das für sie geht oder sie sich "eingesperrt" fühlt. Daraus ergaben sich nochmal ein paar Änderungen, die ich dann in der zweiten tragbaren Probe umgesetzt habe. Die Stelle an den Flügelchen ist ganz schön kniffelig und so war ich zumindest in dem Punkt sehr froh über die zusätzliche Übungsmöglichkeit bevor ich der Seide etwas antue.

Die Stoffsuche nach "dem" Stoff gestaltete sich als schwieriger als gedacht. Petrolfarbene Seide habe ich nur beim roten Faden gefunden. Noch schwieriger war die Suche nach dunkelblauen Dupionseide für die Paspel, Gürtel und Handtasche. Entweder waren es ganz dubiose Onlineshops (kein SSL, keine Stoffproben bestellbar, Mindestabnahme 2,5m etc.) oder es gab kein Dunkelblau. Teilweise war das Dunkelblau sehr sehr dunkel also eher schwarz, das geht bei dem Hochzeitskleid natürlich nicht. Als Futter hätte ich auch gerne ein Seidenfutter verwendet - leider war in keinem der rar gesäten Shops, die solches führen genügend Futter vorhanden :-( So musste ich mein Seidenvorhaben in dem Punkt aufgeben und habe nun für das Oberteil Batist und für den Rockteil Venziafutter verwendet. Zwischendrin war ich ziemlich verzweifelt - ich wollte doch für meine Schwester "das" Kleid nähen.

Seit ein paar Tagen ist das Kleid nun fertig. Nach der standesamtlichen Hochzeit zeige ich euch dann Fotos von ihrem Kleid.

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