Dienstag, 27. September 2016

Winter-Mantel Sew Along: Inspiration

Zu meinem großen Glück gibt es auch in diesem Jahr wieder ein Winter-Mantel Sew Along. Dieser wird wieder von der wunderbaren MeMadeMittwoch Crew veranstaltet. Ohne die Jacken/ Mantel Sew Alongs der letzten Jahre hätte ich sicher noch nicht einen einzigen. Ich weiß echt nicht, warum ich so ungern Mäntel und Jacken nähe.

Diese Woche ist das erste Treffen zum Thema "Inspiration". Muss zugeben ich habe dieses Mal schon etwas vorgearbeitet.

Anfang des Jahres habe ich angefangen mir eine taillenkurze Winter-Frühlingsjacke zu nähen. Leider ließ mich meine Motivation relativ schnell im Stich, so dass das Projekt dann doch liegen blieb. Nun freue ich mich umso mehr, dass ich nun in Gesellschaft mein Kurzjacken-Projekt wieder angehen kann.

Zuerst wollte ich einen noch nicht genähten Simplicity Schnitt verwenden, das hätte bedeutet, dass ich schon wieder mit einem Probeteil starten müsste. Da kam mir die Idee, dass ich aus dem im letztes Jahr als Mantel genähten Vogueschnittmuster einfach eine taillenkurze Jacke mache.

rechts oben: ursprüngliche Idee Simplicity Schnitt
unten rechts: Vogue Schnittmuster vom letzten Jahr
Ich hatte den Vogue Schnitt letztes Jahr so angepasst, dass die Prinzessnähte nicht zur Schulter laufen sondern in den Armausschnitt. Bis auf die Länge muss ich an dem Schnitt nichts anpassen.

Schon seit Jahren hätte ich gerne eine Kurzjacke aber andere richtige Mantelprojekte hatten bisher immer Vorrang. Inzwischen bin ich da gut ausgestattet und kann mich der kurzen Jacke widmen.

Der Simplictiy Schnitt ist aus dem "Meine Nähmode" Magazin 2/2014
Mehr Details zum Voguemantel findet ihr in meinem Post vom letzten Jahr.


Die anderen fleißigen Winter-Mantel-Näherinnen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch Blog.

Muriel

Mittwoch, 21. September 2016

MeMadeMittwoch: Zebraliebe

Man mag es kaum glauben, aber inzwischen liebe ich mein Zebrakleid. Der Anfang zwischen uns war ja nicht einfach, der Funke wollte einfach nicht überspringen. Den Stoff habe ich Rahmen der Stoffwechsel Aktion ("Stoffwechsel - bin ratlos") von der netten Lotti Katzkowski geschenkt bekommen.

Das Kleid habe ich letzten Sommer genäht und es hat nun fast ein Jahr gedauert, bis mich die Zebras rum bekommen haben. Die Zebras kamen mir viel zu riesig vor und den Blauton hatte ich bisher auch nicht im Schrank.

In der heutigen Kombination mit dem schmalen Samtgürtel und dem Bolero gefällt es mir sehr gut.

Kleid:
Schnitt: hauptsächlich Simplicity 2444, Oberteil größtenteils Burda 122 (06/2011)
Material: Baumwolle, Paspel, nahtverdeckter Reißverschluss, Futter.
Änderungen: Kleid komplett gefüttert, Paspel am Ausschnitt, Rückenausschnitt wie beim Pushing Daisies Kleid.
Fazit: Ich mag mein Zebrakleid. Der Schnitt ist so lala, k.A. ob ich den nochmal nähe.

Bolero:
Schnitt: Aachen von Schnittquelle
Material: Romanit von Stoffe.de
Änderungen: Ärmelsaum = 3cm, kein Knopf als Verschluss. Beim nächsten Mal würde ich hinten die Jacke noch 2cm kürzen, damit diese genau in der Taille endet.
Fazit: toller Boleroschnitt, passt super über Kleider

Die anderen MeMadeMittwoch-Teilnehmerinnen findet ihr auf dem MeMadeMittwoch-Blog. Dort zeigt Dodo noch ein letztes Mal Blumen. Wer wer von Dodo erfahren möchte, kann in die Podcastepisode mit ihr reinhören.

Muriel

Dienstag, 20. September 2016

neuer Panty Schnitt ausprobiert: the Emse Panties von Evie la Lúve

Zur Zeit bin ich im Unterwäsche Nähfieber. Die Schnitte nähen sich, im Vergleich zu einem Kleid, so schön schnell. Außerdem kann Frau ja nie genug Unterwäsche haben.

Leider hat mein Lieblingspantyschnitt (Achtung: mit Mittelnaht vorne :-)) den Nachteil, dass immer ein Stückchen Spitze übrigbleibt. Zu viel für einen BH aber zu wenig für eine weitere Panty. Deswegen war ich auf der Suche nach einem alternativen Pantyschnitt um die Spitzenreste zu verarbeiten. Gefunden habe ich den Schnitt "the Emse Pantie" von Evie la Lúve. Dieser Schnitt benötigt nur hinten Spitze und vorne wird Jersey verwendet. Für den ersten Versuche habe ich nur Reste verwendet.

Der Schnitt lässt sich schnell nähen, das Schreiben des Blogposts hat da länger gedauert.
Mein Fazit zu der ersten Variante ist durchwachsen.


Was ich nicht so schön an dem Schnitt finde:
  • sieht vorne sehr nach Schlüpfer / Slip aus und somit weniger wie meine bevorzugten Panties / Shorts. Die hintere Ansicht gefällt mir.
  • die obere Kante wird mit Falzgummi versäubert. Ich finde, das sieht etwas lieblos aus.
  • Die Anleitung finde ich für eine Kauf-Anleitung etwas knapp gehalten, so kenne ich das eher von Gratisschnitten, kam dennoch mit der Anleitung zu recht.
Auch wenn dass jetzt alles negativ klang, ich glaube der Schnitt hat Potential.

Änderungen fürs nächste Mal:
  • Der vordere Beinausschnitt wird nur geoverlockt, umgeschlagen und festgenäht. Ich vermute, dass dieser ausleihern wird. Würde beim nächsten Mal an der Stelle noch Framiltonband annähen oder falls farblich passenden vorhaben schmales Gummiband verwenden.
  • Die vordere Ansicht gefällt mir wegen der Slip-Optik nicht so, würde versuchen meinen bisherigen Pantyschnitt fürs Vorderteil zu verwenden und so beide Schnitte zu kombinieren.
  • Die obere Kante würde ich normal mit Gummi verarbeiten oder falls farblich passend mit dehnbarer Spitze.
Schnitt: the Emse Panties von Evie la Lúve
Material: Spitze 15cm breit, Falzgummi, Viskose-Jersey für das Vorderteil, Baumwolljersey für den Zwickel.
Änderungen: keine, würde jedoch beim nächsten Male in paar Punkte ändern (siehe Text).
Fazit: Also ich weiß nicht, ich suche weiter nach einem Panty-Spitzenreste-Verarbeitungsschnitt. Vielleicht ist der slipmäßige Schnitt für mich auch einfach nur ungewohnt, ich werde es testen.

Muriel

Donnerstag, 8. September 2016

Neues Schnittmuster von Crafteln.de: Der Partyrock

Schnittvorstellung: Partyrock von Meike (crafteln.de)

Ich durfte das neue Schnittmuster von Meike (crafteln.de) nähen. Zugegeben, ich war skeptisch, ob dies ein Rockschnitt für mich ist. Ich bevorzuge Röcke mit (Form-)Bund, aber die liebe Meike kennt mich nun schon so viele Jahre, dass ich ihrer Meinung vertraue, und so viel kann ich schon mal verraten: Sie hatte Recht.

Der Schnitt besteht aus nur einem Schnittteil (das sechsmal verwendet wird) - das lästige Abpausen geht also super fix. Das Ungewöhnliche an dem Schnitt sind die raffinierten Falten, welche sich an der Seite des Schnittteils befinden. Dadurch erhält der Rock im unteren Teil ein tolles Volumen und ist oben trotzdem figurnah geschnitten.

Meine erste Tat bei Röcken nach dem Abpausen ist immer das Kürzen. Bei dem Rock durften bestimmt mind. 10cm weg. Hierbei war gut, dass ich von Meike einen Tipp bekommen habe, dass man diesen Rock nicht wie normal kürzen darf, sondern die Sache wegen den Seitenfalten anders angehen muss.

In den Designbeispielen wurde häufig fester Stoff mit Stand verwendet, da war ich neugierig, wie sich der Schnitt mit einem leicht fallenden Stoff macht. Vernäht habe ich einen gut abgelagerten Stoff vom Bloggertreffen in Bielefeld 2014. Keine Ahnung mehr, aus welchem Material dieser ist, er ist ähnlich dick wie Patchworkbaumwolle, fällt aber viel leichter und hat einen dezenten Schimmer.

Verarbeitungstechnisch war der Stoff eine Diva - wirklich furchtbar. Ich habe diverse Farben an Kreiden, Wachspapieren und Markierstiften ausprobiert und wirklich keine war auf dem Stoff auch nur annähernd sichtbar. So durfte ich jede einzelne Markierungslinie per Hand mit Faden markieren. Bei insgesamt sechs Schnittteilen, welche jeweils sechs Markierungslinien für die Falten benötigen, kommt da einiges zusammen. Mein Tipp: Verwendet für den Schnitt nur Stoff, der sich einfach markieren lässt, sonst dauert der Schnitt gleich doppelt so lang.


Der Rock hat einen angeschnittenen Bund. In der Anleitung wird nur der angeschnittene Teil mit Einlage verstärkt. Da mein Stoff im Gegensatz zu dem empfohlenen Stoff leichter ist, habe ich den kompletten Bundbereich (also auch die "Gegenseite" des angeschnittenen Bunds) mit Einlage verstärkt.

Als ich alle Falten genäht und 2x drei Teile aneinander genäht hatte, ist mir ein fataler Fehler beim Zuschnitt aufgefallen. Ich hatte, gewohnheitsmäßig, in doppelter Stofflage zugeschnitten. Sollte man bei diesem Schnitt NICHT machen. Es wird wirklich sechsmal das gleiche Teil benötigt. Meike weist in der Anleitung darauf hin, dass einlagig zugeschnitten wird. Das Warum hatte sich mir zu dem Zeitpunkt nicht erschlossen und so habe ich eigenmächtig "normal" zugeschnitten.
Guter Rat war teuer - nochmal drei der sechs Teile wollte ich auf keinen Fall aus diesem Stoff zuschneiden. So habe ich es mir einfach gemacht und die dreiteiligen Stoffbahnen aneinander genäht. Jetzt gehen bei mir die Falten nicht einmal rund herum, sondern vorne in die eine und hinten in die andere Richtung. Man könnte meinen, es ist so gewollt. :-)

So sieht die eine Seitenaht aus, wenn man falsch zugeschnitten hat. :-)
Die Falten sollen eigentlich in die gleiche Richtung verlaufen.

Für den Saum ist laut Schnitt Schrägband vorgesehen, das macht bei einem Stoff mit Stand auch Sinn. Ich wollte die Leichtigkeit meines Stoffes erhalten und habe mit dem Rollsaumfuß der Nähmaschine gesäumt.

Ich fühle mich sehr wohl in dem Rock, davon nähe ich mir sicherlich noch mehr Versionen.

Schnitt: Partyrock von crafteln.de
Material: Stoff, Gewebeeinlage (Freudenberg), nahtverdeckter Reißverschluss, Nahtband
Änderungen: Rock gekürzt, Bund komplett mit Einlage
Fazit: Toller Rock, der beim Laufen toll mitschwingt. Was mir für den Alltag fehlt, sind Taschen - aber die haben in diesem Schnitt eben leider keinen Platz.

Tipp: Auch wenn man wie ich Nähanleitungen in der Regel nur als grobe Richtlinie ansieht, macht es bei diesem durchdachten Schnitt durchaus Sinn, die Anleitung zu beachten.

@Meike: vielen Dank fürs Zurverfügungstellen des Schnittes.

Anmerkung: Mir wurde das Schnittmuster kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Beitrag ist jedoch ganz auf meinem Mist gewachsen. :-)

Das Oberteil auf den Fotos ist nach dem Vogue-Schnitt V8581.

Andere tolle Kleidungsstücke findet ihr heute auch auf dem RUMS Blog.

Muriel

Dienstag, 30. August 2016

Ein neuer BH ist bei mir eingezogen

Demnächst mache ich bei Sewy.de in Weilerswirst einen Fortgeschrittenen-BH-Nähkurs. Bin schon sehr gespannt auf den Kurs. Bei Brina könnt ihr Lesen, wie sie ihren Sewy-Kurs fand.

Als Vorbereitung dazu wollte ich endlich etwas Routine in meine BH-Näherei bringen. Bei meinen bisher drei bzw. vier (den Probe-BH mit gezählt) genähten BHs habe ich immer nach einer Kombination aus drei Anleitungen genäht. Was die ganze Sache nicht gerade einfach gemacht hat.

Genäht habe ich immer den Schnitt "DL03" von makeBra. Ich bin wirklich begeistert von diesem Schnittmuster, dieses saß bei mir auf Anhieb. Nur das Band habe ich in dieser Variante nochmal einen Tick (0,5cm) gekürzt.

Das Material ist ein Nähpaket von Sewy.de (Größe: Nähpaket BH Amelie 1 / Kosten ca. 18€). Auch wenn diese Sets verglichen mit Wien2002 teuer sind, bevorzuge ich diese, da ich mir das mühsame Zusammensuchen der "1000" benötigten Einzelteilen spare und ich aus dem Material zusätzlich zum BH noch eine Panty raus bekomme und dann immer noch Rest für einen weiteren BH habe (bei dem müssen dann allerdings Bügel + Co. nachgekaufen werden). Die Farbe des Stoffes hatte ich mir ein bisschen "frischer" vorstellt - naja, das ist immer die Gefahr beim Onlinestoff kauf. Jetzt habe ich eben einen tannengrünen BH.
Entstehung des Cups: Laminat nähen, Oberstoff zusammen nähen und anschließend
beide Teile an der oberen Kante verstürzen.
Zurück zu meinem Anleitungsproblem: Zum einen habe ich das nicht sooo gute Onlinetutorial von MakeBra verwendet. Bei einem Kaufschnittmuster ist das schon der Hammer, wenn keine Anleitung beiliegt und nur auf ein allgemeines BH Nähtutorial verweisen wird. Dann der tolle Craftsy-Kurs von Beverly Johnson und Infos aus dem BH-Sew-Along von eben-Julia (wegen dem ich überhaupt mich ans BH nähen getraut habe). Ihr seht das war doch recht chaotisch. Dieses Mal habe ich endlich alle von mir verwendeten Schritte zusammen geschrieben.
Oben: Heften von Oberstoff und Powernet
Mitte: Cups und Band genäht
Unten: links ohne Bügel, rechts mit Bügel
Hab die Tage entdeckt, dass andere das Powernet und den Oberstoff anstatt zu heften einfach mit Sprühzeitkleber zusammenkleben. Weiß noch nicht, ob ich das genial oder komisch finde. 

BH nähen ist überhaupt nicht schwer - ich bin immer wieder begeistert, wie schnell sich so ein BH nähen lässt.  Das gute Stück sieht fertig so aus:
Schnitt: DL03 von MakeBra
Material:  BH Paket Amelie 1 von Sewy.de
Änderungen: BH-Band nochmals um 0,5cm gekürzt. Obere BH-Kante anstatt mit Falzband mit Stoff eingefasst, keine gepolsterten BH-Träger
Fazit: Auch dieses Mal bin ich wieder sehr begeistert von dem BH Schnittmuster. Weitere sind schon in Planung.

Muriel

Sonntag, 28. August 2016

Cloth Habit: Ladyshorts Version 1

Bei meinem letzten BH-Set (aus türkisem Netzstoff) hatte ich festgestellt, dass sich mein bisher verwendeter Pantyschnitt zwar hervorragend für breite Spitze eignet aber nicht für normale Stoffe.

Deswegen habe ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht und bin auf den Gratisschnitt "Ladyshorts" von Cloth Habit (bekannt für den Watson Bra) gestoßen. Dieser war genau nach meinem Geschmack. Vom Schnittmuster ist dieser meinem bisherigen Pantyschnitt sehr ähnlich aber funktioniert für Stoffe und Spitzen-/Gummiband.

Das Material war alles schon vorhanden. Der Hauptstoff war der Rest aus einem Sewy.de BH Paket aus dem ich einen BH genäht habe (Post kommt noch). Habe immer noch genügend Stoff für einen weiteren BH übrig. Die Pakete sind wirklich großzügig, nur Bügel und Gummiband bräuchte ich noch. Die dehnbare Spitze müsste von Wien2002 sein und der Stoff für den Zwickel ist ein Reststoff von einem Baumwolljerseyshirt.

Das Nähen ging super fix. Der beiliegenden Anleitung konnte ich nicht so ganz folgen, aber dank dem Tutorial liefs dann doch.

Die Passform ist klasse, es schneidet nichts ein und zeichnet sich auch nicht ungünstig unter der Kleidung ab. Davon werde ich bestimmt noch x-weitere Varianten nähen.

 
Die Shorts habe ich vor ein paar Tagen auf Instagram gezeigt und das Fazit dort war gemischt. Es scheint so, als würden Pantys mit "Frontnaht" bei manchem Unbehagen auslösen. War mir gar nicht bewusst. Also bei mir zwickt da nichts, aber bei Unterwäsche hat jede ja ihre bevorzugten Modelle und das ist auch gut so.

Schnittmuster: Ladyshorts von Cloth Habit (gratis Schnittmuster)
Material: Spitzengummi von Wien2002 (glaube ich), Reststoff von einem BH Material Paket von Sewy.de, Baumwolljerseyrest (für Zwickel)
Änderungen: keine - nix - nada :-)
Fazit: Ich liebe den Schnitt

Den dazu passenden BH zeige ich in den nächsten Tage.

Muriel

Montag, 22. August 2016

Muriel und das Jumpsuit Experiment

Auch wenn man es meinen diesjährigen Werken bisher nicht so anmerkt, habe ich mir als Jahresmtto vorgenommen den Schwerpunkte auf das Thema "Hosen" zu legen.
Immerhin meine erste Jeans ist seit ein paar Monaten fertig: Eine Ginger Jeans mit handbestickter Hosentasche. Nun sind noch zwei Hosen bzw. Jumpsuits dazu gekommen.

Angefixt, von dem schon seit letztem Jahr um sich greifenden Nähnerdfieber nach Jumpsuits hat es mich nun auch erwischt. u.A. haben mir die Jersey-Jumpsuits von Frau Kleidermanie sehr gut gefallen.
Ich war sehr neugierig, ob so ein Jumpsuit für mich als Hosenmuffel etwas ist.


Der Sallie Jumpsuite von Closet Case Files ist mir seit dem erscheinen im letzten Jahr schon ein paar Mal positiv aufgefallen und so wagte ich meinen ersten Jumpsuiteversuch auch mit diesem Schnitt. 
Für die erste Variante opferte ich einen blauen dünnen weichfallenden Jersey. Ich meine, den hätte ich letztes Jahr in Wien gekauft.

Erster Sallie Versuch (der Jersey ist eigentlich blau, nicht lila)
Von Closet Case Files habe ich bereits zwei Schnittmuster genäht (Nettie Body und Ginger Jeans) für beide gab es einen tollen Sew Along. So etwas habe ich ein bisschen für diesen Schnitt vermisst aber mit der guten Anleitung, braucht es den eigentlich nicht wirklich.

Von dem Stoff hatte ich nur 1,5m, so habe ich mir erst an der kurzen Version versucht. Die kurze Variante von Fiona Parker (Chainsticher) hat mir auch sehr gut gefallen. Von Closet Case Files gibt es eine Anleitung, wie man aus dem langen Hosenbein ein kurze Variante mit noch ausgestellterem Bein macht. Ich habe die Anleitung erst bei der Recherche für diesen Post gefunden. Meine kurze Variante ich einfach nur gekürzt.

Das Oberteil ist komplett gedoppelt. Das sorgt zum einen für "Sichtschutz" bei dem dünnen Stoff und zum anderen sind alle offenen Kanten am Ausschnitt und am Arm super schnell und sauber versäubert.

Nach nur zwei Näh-Abenden (für mich ist das rasend schnell) war das gute Stück fertig und ich leider sehr ernüchtert. Es fühlt sich an wie ein Strampler :-( Irgendwie sehr nach Schlafanzug, überhaupt nicht nach etwas was ich draußen anziehen würden.

Die Instagram- / Twitterreaktionen waren auch eher gemischt und mir wurde empfohlen die Idee noch nicht ganz aufzugeben, sondern eine lange Variante auszuprobieren.
 
Salliejumpsuit Nr. 1 + Blog-Premiere vom tierischen Mitbewohner
Neugierig wie ich bin, habe ich mich gleich an die zweite Variante gemacht. Zum Glück habe ich ein gut gefülltes Stofflager. Den Stoff mit verschieden farbigen Punkte hatte ich auch schon mind. 2 Jahre, gekauft hatte ich diesen bei einem Wochenendtrip ins Saarland (Saarbrücken) und in der Zwischenzeit den Stoff immer mal wieder aussortiert und dann doch wieder zurück geräumt. Jetzt war ich froh, dass er doch bei mir geblieben ist. Für eine Sallie war der Stoff ideal, nicht zu fest und nicht zu locker. 

Stoff für Sallie Nr. 2
Bei der ersten Sallie haben mich ein paar Punkte gestört, die habe ich gleich abgeändert. Zum einen wollte ich das Oberteil locker über dem Gummiband fallend haben, dazu musste ich, das allererste Mal in deiner Nähkarriere ein Oberteil verlängern! (okay, nur um 1,5cm aber immerhin). Zum Anderen ist mir der Ausschnitt zu tief gewesen. Eine falsche Bewegung und jeder kennt meinen Bauchnabel (also so fast ;-)). Dieser wurde in der zweiten Variante entschärft. 

Bei der ersten Sallie hatte ich etwas Mühe den V-Ausschnitt mit dem durchsichtigen Gummiband (ganz leicht) einzuhalten. Beim zweiten Mal habe ich ordentlicher gearbeitet, die Kante mit Sprühstärke stabilisiert, die Naht eingezeichnet und dann erst das Band aufgenäht. So hat das schon besser geklappt. Aus Sorge, dass ich das Band zu sehr dehne und es wellig wird, habe ich leider zu wenig dran gezogen. Naja hinterher kann man daran nichts mehr machen. Habe noch die Hoffnung, dass beim ersten Waschen, wenn die Sprühstärke wieder raus ist, da noch was geht.

ordentlicheres Arbeiten bei Nr. 2 mit Kreidemarkierung und Sprühstärke

Nähte ausbügeln beim Jersey - Danke Bügelrolle (Geschenk von Fr. minimale extravaganz) super easy.
Ich hatte nicht genug Stoff, dass ich die Futterteile aus dem Oberstoff zuschneide und so habe ich den Reststoff der ersten Variante verwendet. Fertig sieht das gute Stück dann so aus:

Was denkt ihr? 
Ist das tragbar?
Zu welchen Gelegenheiten trägt man einen Jerseyjumpsuit?


Sallie Nr. 2
Auch bei der zweiten Variante fühlt sich der Jumpsuit an mir noch komisch aus. Auf den Bildern an mir mag ich ihn. Vom Tragegefühlt her fühle ich mich als hätte ich meinen Schlafanzug an und so ein Gefühl brauche ich in der Öffentlichkeit eigentlich nicht. Er ist einfach "zu bequem". Dazu kommt, dass ich mir in Hosen draussen immer irgendwie komisch vorkomme.

Ich bin sehr gespannt auf eure Meinung.

Schnitt: Sallie Jumpsuit von Closet Case Files
Material: leichter Jersey, Framilastic (clear elastic), 1,5cm breites Gummiband
Änderungen: Blaue Variante: Bein auf Shortslänge gekürzt, Punkte Variante: Oberteil um 1,5cm verlängert, Ausschnitt um 1,5cm entschärft, Bein gekürzt
Fazit: siehe Absatz oben drüber ... ich weiß nicht aber es war ein spannendes Experiment.

Eines habe ich beim Nähen in den letzten Jahren gelernt, nämlich, dass nur weil ich denke etwas steht mir nicht, weil ich das noch aus Kaufkleidungszeiten kenne, dies für selbstgenähtes nicht stimmen muss. Deswegen probiere ich gerne mal Neues aus, mal klappts, mal nicht.

... und falls ich mich mal mit den Jumpsuits richtig anfreunde hätte ich noch gerne einen richtigen aus Webstoff, wie die schönen Varianten von Frau Kirsche. Die fühlen sich bestimmt nicht nach Schlafanzug an. Habe dafür auch schon den ultimativen Schnitt für mich gefunden: McCalls M7167 Variante D


Muriel

Update 23.08.2016: da ich ich doch glatt vergessen auf den tollen Sallie Jumpsuit von Frau Rehgeschwister hinzuweisen.

Update 29.08.2016: Die Jumpsuits haben mich bei meinem Städtetrip nach Saarbrücken begleitet. Das Tragegefühl war dann gar nicht schlimm. Die beiden haben ab jetzt einen festen Platz im Kleiderschank garantiert.

Sonntag, 14. August 2016

Podcastepisode Nr. 17mit Frau Machwerk

Frau Machwerk / Martina
In der heutigen Folge habe ich Frau Machwerk zu Gast.

Einige von Euch kennen Martina vielleicht nicht nur durch ihren Blog, sondern auch durch ihre Taschenschnittmuster und Nähkurse.

Martina hat nicht nur eine große Leidenschaft fürs Taschen nähen, sondern auch für originale Stoffschätze aus vergangenen Jahrzehnten, Frau Machwerk kommt nämlich aus dem Textildesign. Sie näht für sich selbst, den Rest der Familie und dann auch für ihren Shop.

In der Folge sprechen wir nicht nur über ihre Nähwerke, sondern auch darüber, wie sich die Online-Nähwelt in den letzten 10 Jahren gewandelt hat, dem langem Weg von der Idee zu einem fertigen eBook, welche Taschenelemente für sie als Taschenexpertin besonders wichtig sind und vieles mehr.

Sie verrät auch ein paar ihrer Tipps und Tricks zum Nähen von Leder und Taschen.

Nun will ich Euch nicht noch länger auf die Folter spannen. Los geht es mit der Podcastepisode mit Frau Machwerk:


 
Hier sollte ein Player angezeigt werden, 
falls nicht, bitte den Post über meinen Blog direkt aufrufen, dem Downloadlink,
via iTunes  oder einer Podcatcher App für Android / Windows Phone  (hier der RSS-Link für eure mobilen Geräte) 

 
Music "Goodwill Cowboys Ride Again" by Michael Chapman & The Woodpiles (modified by Muriel)
Available on the Free Music Archive under CC BY-NC 3.0 license


Vielen Dank an Chrissy (Chrissys Nähkästchen) für ihre stundenlange Arbeit für den Schnitt dieser Podcastfolge. 


Weitere Infos rund um den Nahtzugabe5cm-Podcast findet ihr auf meiner Podcast-Seite.
Und jetzt bin ich gespannt, wie Euch diese Folge gefallen hat.

Wenn Euch mein Podcast gefällt, würde ich mich freuen,
wenn ihr das Podcastlogo mit Verlinkung mit auf Euren Blog nehmt.
Vielen Dank.
"Ich höre den Podcast von Nahtzugabe5cm.de"

Muriel

Montag, 8. August 2016

meine erste Lupita (Milchmonster)

Nachdem ich 2015 bereits eine ausgeprägte Milchmonster (Schnittherstellerin) Phase mit dem Schnitt "Toni" hatte, hat es mich wieder erwischt. Dieses Mal ist es der Schnitt "Lupita": Ein Jerseyträgerkleid mit Herzausschnitt.

Obwohl ich eigentlich keine eBooks mehr kaufe, die nicht in A0 mitgeliefert werden, wollte ich den Schnitt wegen dem schönen Ausschnitt unbedingt haben.
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Zu der Nichtverfügbarkeit von A0 via Milchmonster noch kurz ein Einwurf:
Mrs Go
hatte auf ihrem Blog ein tolles Tutorial geschrieben, in dem gezeigt wurde, wie man aus A4 Schnittmustern A0 macht. Leider gab´s dazu von Milchmonster anstatt einem Hinweis, dass nicht erlaubte Screenshots verwendet wurden, gleich eine Drohung mit Anwalt und Abmahnung - hätte man auch netter formulieren können. Sehr schade, deswegen verzichte ich hier auch auf Verlinkungen zu Milchmonster.
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Lupita-Toni-Kleid
Die Anleitung ist sehr ausführlich und detailliert geschrieben. Ungewohnt fand ich, dass Vorderteil und Rückenteil gleich breit sind. Schließlich muss vorne mehr "Fläche" abgedeckt werden wie im gleichen Bereich hinten.

Bei dem Schnitt hatte ich es eigentlich nur auf dem Ausschnitt abgesehen  und so habe den unteren Teil ab Armloch von dem Tonischnittmuster abgepaust. Dieser Schnitt ist noch ausgestellter als Lupita und bietet unter dem Arm nach vorne/hinten auch mehr Platz.
 
Der Ausschnitt ist wegen der beiden Außenrundungen eher schwieriger zu nähen. Diese Rundung musste ich mehrmals machen, bis sich das Bündchen nicht mehr nach innen/außen geklappt hat. Der Tipp von Milchmonster in dem Bereich das Bündchen eher zu stauchen war sehr hilfreich.

Bevor ich die Knöpfe auf die Fakeknopfleiste genäht habe, habe ich die offenen Kanten per Hand angenäht. So bleibt die Knopfleiste schön zu und auf die Knöpfe sind entlastet.

Was ich bei Toni schon vermisst habe sind die Nahttaschen. Diese nähe ich bei Kleidern normalerweise immer an der Taillennaht an um das Gewicht besser zu verteilen, dass ginge bei dem durchgehenden Kleid leider nicht.

Schnittmuster: Lupita von Milchmonster
Material: 2x Jersey, Knöpfe (geerbt von Oma)
Änderungen: Seitenverlauf und Länge von Toni übernommen, Fakeknopfleiste anstatt nur via der Knöpfe zusammen zuhalten habe ich diese per Hand unauffällig zugenäht.
Fazit: Bin ganz verzückt von dem süßen Sommerkleid. Ob ich noch mehr Varianten nähe - k.A. Komme mehr sehr süß damit vor.

Muriel

Freitag, 5. August 2016

Ausflug ins Miedermuseum - so war´s


Ich wollte euch noch von unserem Nähnerd-Ausflug ins Miedermuseum Heubach (Link zu einem PDF Flyer) berichten. Von uns aus, ist das schon eine Ecke weg aber in netter Begleitung von anderen Nähnerds nimmt man gerne mal eine länger Anfahrt in Kauf. Vor Ort haben wir dann noch den Rest der Truppe getroffen.

Für die Ausstellung wurden interessante Stücke rund um das Thema Unterwäsche der vergangenen Jahrhunderte gesammelt. Die meisten Kleidungstücke sind so ausgestellt, dass man diese von mehreren Seiten begutachten kann.

Die Kuratorin der Ausstellung hat uns in einer Privatführung durchs Museum geführt, so hatten wir die Gelegenheit viel Fragen zu stellen. Die Führung sowie die Ausstellung war sehr interessant. Wer dort mal in der Gegend ist - sollte sich die Ausstellung unbedingt anschauen.

Für diejenigen, die dazu leider nicht die Gelegenheit haben, habe ich ein paar Bilder mitgebracht.

Historischer Webstuhl


Korsetts wurden früher auf speziellen Korsettwebstühlen hergestellt. Die
Stäbe wurden gleich miteingewoben. Auf dem nächsten Bild seht ihr so ein Korsett.
Diese Webstühle waren kompliziert zu bedienen und so wurden diese im Laufe der Zeit
durch modere normale Webstühle ersetzt und Korsetts wurden dann aus Einzelteilen
zusammen genäht.

Dies ist ein "Korsettwebstuhl-Korsett". Wusste vorher gar nicht, dass es so etwas mal gegeben hat.
Aus dem Webstuhl kam quasi ein komplettes Korsett inkl. der Stäbe.
Musterbuch für Korsett Stickereien. Diese haben nicht nur dekorative Zwecke sondern verstärken, angebracht an den Stabenden, auch den Stoff und verhindern ein vorzeitiges nachgeben des Stoffes.
Falls Frau ein Korsett hatte, dass nach mehr Stütze verlangte, konnte man zusätzliche Stäbe
kaufen und nachträglich noch einnähen.
Ja, das ist ein ganz "spezieller" BH. Leider habe ich vergessen aus welcher Zeit dieser ist. Dieser ist in einer Zeit des Mangels
entstanden. Er wurde aus einem Herrenkleidungstück + etwas Handarbeit / Wolle hergestellt.
Nachdem wir auf der Ausstellungsfläche fertig waren, hatte Frau Hopfensitz noch ein paar ganz besondere Stücke für uns vorbereitet. Unter anderem ein hellblaues Unterkleid aus den 50er Jahren:

Solche Unterkleider findet man kaum mehr. Das Unterkleid wurde damals für einen Abschlussball gekauft.
Dieses könnte man heutzutage bestimmt als ganz normales Kleid tragen - würde nicht auffallen.
Unter dem Rock verstecken sich sogar noch Strumpfhalter.


Vielen Dank an Frau Hopfensitz für die interessante Führung.

Muriel
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